Anja Manfredi, Re-Enacting Isadora Duncan mit Roberta Lima I, 2009, Analoger C-Print , 85 x 66 cm, Fotosammlung des Bundes/Österreichische Fotogalerie/Museum der Moderne Salzburg/Widerstandsbewegungen II., 2009, C-Print, 100x70 cm, ©Anja Manfredi/Aus der Serie: Widerstandsbewegungen, 2009, C-Print, 40x30 cm,  ©Anja Manfredi/Ausdruckstanz Fuller und Berber, 2009, C-Print, 71x50 cm ©Anja Manfredi/Eine Geste wird belichtet, Teil 2, Projektion, filmstill super 8/16 mm, 3 min. ©Anja Manfredi

Anja Manfredi

still:moving

Die österreichische Künstlerin Anja Manfredi (*1978) begreift den menschlichen Körper und seine Bewegung als System, das mit Vorstellungen gesellschaftlicher Normen verwoben ist. Pose und Ausdruck fallen somit, ähnlich wie der Kleidung, eine zeichenhafte Funktion zu, die Anpassung oder Widerstand ausdrücken können. Die Künstlerin fragt, was ein normierter Körper ist und inwiefern er dem Wandel wechselnder Ideale unterworfen ist. Wo entsprechen wir mit unserem Körper den gesellschaftlichen Vorstellungen und wo begehren wir dagegen auf?

In Recherchen sammelt Manfredi in Bibliotheken, Archiven und Sammlungen altes und aktuelles Text- und Bildmaterial zum Thema Körper und Bewegung, das sie zu einer „Entwicklungsgeschichte der Geste" ordnet und strukturiert. Sie dokumentiert, wie Haltung und Bewegung gesellschaftlich codiert sind und sich ständig in einem Wechselspiel zwischen Ideal und Individualität bewegen. Diesem „Archiv der Bewegung" stellt sie in Collagen ihre eigenen fotokünstlerischen Arbeiten gegenüber, in denen sie formal die historisch überlieferten Bewegungs- und Haltungsmuster aufgreift. In diesem künstlerischen Aneignungsprozess des Zitierens und Gegenüberstellens vermag sie den Fokus des Betrachters auf eine gesellschaftlich bedingte Erstarrung und Pathologisierung des Körpers zu richten und unreflektierte Vorstellungen aufzubrechen.


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