Carolee Schneemann, <i>Four Fur Cutting Boards</i>, 1963, © Carolee Schneemann/Bildrecht, Wien, 2015, Courtesy of C. Schneemann and P.P.O.W Gallery, New York; Carolee Schneemann, <i>Meat Joy</i>, 1964, © Carolee Schneemann/Bildrecht, Wien, 2015, Courtesy of C. Schneemann and P.P.O.W Gallery, New York, Photo: Al Giese; Carolee Schneemann, <i>Fur Wheel</i>, 1962, © Carolee Schneemann/Bildrecht, Wien, 2015, Courtesy of C. Schneemann and P.P.O.W Gallery, New York

Carolee Schneemann

Kinetische Malerei

Mit einer rund 350 Arbeiten und sechs Jahrzehnte umspannenden Werkschau widmet das Museum der Moderne Salzburg seine Hauptausstellung in diesem Herbst der einflussreichen Künstlerin, Choreografin, Performerin und Autorin Carolee Schneemann (geb. 1939 in Fox Chase, PA, lebt in New Paltz, NY, US). Auf zwei Ebenen und insgesamt 1.700 Quadratmetern des Museums wird einer Genealogie neuer Formen von Kunst nachgegangen, die als Malerei in Bewegung auftritt und sich letztlich zu großräumigen Installationen in verschiedenen Medien entwickelt.

Eingeleitet wird die Ausstellung mit Schneemanns früher Landschafts- und Porträtmalerei aus der Mitte der 1950er-Jahre. Schon früh begann sie, ihre Gemälde mit einfachen Mechanismen in Bewegung zu setzen und Fotografien und Gegenstände aus ihrem Alltag in die Gemälde zu integrieren. Zahlreiche Werke aus dieser Gruppe sind in der Ausstellung erstmalig zu sehen. Ihr Anliegen, die Malerei über die Leinwand hinauszutragen und zugleich Schöpferin und Darstellerin ihrer Bilder zu sein, führte zum Einsatz von Medien wie Performance, Fotografie und Film.

In zahlreichen Werken und Texten setzt sich Schneemann mit dem weiblichen Körper im historischen und gesellschaftlichen Kontext auseinander und untersucht Lust und Erotik aus einer weiblichen Sichtweise. Besonders deutlich wird dies in ihrem mit Farbe, Feuer, Säure und Collagetechnik bearbeiteten Film Fuses (1965). In der legendären Performance Interior Scroll (1975) bringt Schneemann ihren Körper als Quelle „inneren“ Wissens in Stellung. Als kritische Antwort auf die Malerei des Abstrakten Expressionismus entwickelte sie mit Up to and Including Her Limits (1973–1977) eine Performance-Installation, welche den Körper der Künstlerin als Medium der künstlerischen Markierung hervorhebt. Jüngere Werke, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sein werden, zeugen von der Intensität, mit der die Künstlerin nach wie vor aktiv ist.

In dieser Werkschau werden Schneemanns berühmte Arbeiten und Performances gleichzeitig mit bisher noch nie oder selten gezeigten Arbeiten präsentiert und damit neue Facetten ihres künstlerischen Wirkens in den Fokus gerückt. Basierend auf einer wissenschaftlich fundierten Aufarbeitung wird ihr Werk in einer bisher noch nie dagewesenen Breite und Tiefe im Kontext der Malerei beleuchtet und für ein breites Publikum erschlossen.

Kurator_innen: Sabine Breitwieser, Direktorin, Museum der Moderne Salzburg; Branden W. Joseph, Frank Gallipolli Professor of Modern and Contemporary Art, Columbia University, New York; mit Tina Teufel, Museum der Moderne Salzburg; Ausstellungsarchitektur: Kuehn Malvezzi

Der Katalog zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag, herausgegeben von Sabine Breitwieser für das Museum der Moderne Salzburg, mit Texten von Sabine Breitwieser, Branden W. Joseph, Mignon Nixon, Ara Osterweil, Judith Rodenbeck und Carolee Schneemann.





Dienstag - Sonntag: 
10.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch:
10.00 - 20.00 Uhr
Montag: geschlossen