Etel Adnan, Reise zum Berg Tamalpaïs, 2008, Aquarell und indische Tinte auf japanischem Buch, 54 Seiten je 31 x 10,5 cm; max. Länge: 567 cm, © Galerie Claude Lemand, Paris; Etel Adnan, Landschaft 2, 2014, Öl auf Leinwand, 32 x 41 cm, © Galerie Claude Lemand, Paris; Etel Adnan, Kalifornien, 1977, Tapisserie, Wolle, Naturfarbe, 130 x 180 cm, © Sfeir-Semler Gallery, Hamburg/Beirut

Etel Adnan, Journey to Mount Tamalpais, 2008, Leporello, (c)Courtesy Gallery Claude Lemand, Paris; Etel Adnan, Landscape with Mountains, 2014, Öl auf Leinwand, (c)Courtesy Gallery Claude Lemand, Paris; Etel Adnan,California, 1977, Tapisserie, (c)Courtesy the artist and Gallery Sfeir-Semler, Beirut/Hamburg

Etel Adnan. Berge schreiben

Das Museum der Moderne Salzburg präsentiert als erste Institution in Österreich das vielseitige Werk von Etel Adnan, die 1925 in Beirut (Libanon) geboren wurde und nach Stationen in Paris, New York und Sausalito in Kalifornien derzeit wieder in Paris lebt. Adnan hat sich als Schriftstellerin, Dichterin, Künstlerin und Kulturredakteurin einen Namen gemacht. Seit ihrer Präsentation auf der Documenta 13, 2012 in Kassel, ist ihr malerisches Werk einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Diese Ausstellung spannt einen Bogen über Adnans umfangreiches und vielseitiges Schaffen von den 1960er-Jahren bis heute und umfasst Medien wie Malerei, Arbeiten auf Papier, Tapisserie und Film. Tonaufnahmen sowie eine Auswahl ihrer Publikationen, die in zahlreichen Sprachen erschienen sind, komplettieren die Werkschau.

Etel Adnans frühe Malereien aus den 1950er- bis 1970er-Jahren sind aus Farbfeldern in kontrastreichen Variationen konstruiert und erinnern an Werke von Nicolas de Staël und Paul Klee. Ähnlich wie Adnan stellten sich diese mit ihren Kompositionen, in denen Abstraktion und Figuration vereint werden, gegen die künstlerische Gepflogenheit ihrer Zeit. Seit 1964 nehmen Künstlerbücher aus japanischem Papier, die als Leporellos gefaltet werden und handschriftliche Übertragungen von Gedichten zeitgenössischer arabischer Dichter mit Bildern vereinen, einen besonderen Stellenwert ein. Ab den 1980er-Jahren, während Adnans Zeit in Kalifornien, wurde der Mount Tamalpaïs nördlich von San Francisco zu einer wichtigen Quelle der Inspiration. Ihre künstlerische Annäherung an den Berg vergleicht Adnan mit Paul Cézannes exakter Naturbeobachtung und Obsession gegenüber dem Mont Sainte-Victoire. Während mehr als 35 Jahren entstanden unzählige Arbeiten, die den Berg in unterschiedlichen Farben, Lichtsituationen, Jahres- und Tageszeiten zeigen und in denen die Künstlerin die Grenzen zur Abstraktion auslotet. Die Unmittelbarkeit ihres ästhetischen Ausdrucks lässt uns die Bilder wie Seelenlandschaften erleben, in denen Adnans poetische Sprache eine visuelle Entsprechung findet.

Mit ihrem künstlerischen wie literarischen Schaffen setzt sich Etel Adnan vielseitig über sprachliche, kulturelle und geografische Grenzen hinweg. Dessen unterschiedliche Ausdrucksweisen stellen Facetten ihrer Identität dar, welche die Künstlerin als einen sich ständig wandelnden Prozess ansieht.

Kuratorin: Tina Teufel, Museum der Moderne Salzburg


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