Oskar Kokoschka, Pietà, 1909, Plakat für die Internationale Kunstschau Wien
Farblithografie, Museum der Moderne Salzburg, Fondation Oskar Kokoschka/Bildrecht, Wien 2015; Jean Egger, Porträt eines Jünglings, 1927, Öl auf Leinwand, Museum der Moderne Salzburg;
Siegfried Anzinger, Ohne Titel (Gabriel), 1983, Öl, Tempera auf Leinwand, Museum der Moderne Salzburg; Erich Heckel, Junges Mädchen, 1913, Erschienen in Genius, München 1920, Museum der Moderne Salzburg; Hubert Scheibl, Ones, 2011, Öl auf Leinwand, Museum der Moderne Salzburg; Markus Lüpertz, Du weißt nicht viel, versetzte die Herzogin, 1981, Bronze, bemalt, Museum der Moderne Salzburg – Dauerleihgabe der Sammlung MAP

Expressionismen

Die Sammlung von Kokoschka bis Anzinger

Auf Basis ihrer ersten bei der Sichtung der Museumssammlung gewonnenen Eindrücke hat die neu bestellte Kuratorin für Moderne, Beatrice von Bormann, eine Ausstellung über Expressionismus erarbeitet. Gezeigt werden Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Druckgrafiken aus der Sammlung von rund 80 Künstler_innen des 20. und 21. Jahrhunderts. Der Schwerpunkt liegt dabei auf österreichischen und deutschen „Expressionismen“: vom frühen Expressionismus vor dem Ersten Weltkrieg über den Neoexpressionismus der 1960er- und 1970er-Jahre bis zu den Neuen Wilden. Der bekannte französische Kunsthistoriker Jean Clair schrieb in seinem Buch Die Verantwortung des Künstlers. Avantgarde zwischen Terror und Vernunft (1998), der Expressionismus sei der Stil des 20. Jahrhunderts. Gemeint ist eine Malerei, für die der Gestus des Malens und der emotionale Ausdruck der Figuren und Objekte wichtiger sind als eine exakte Abbildung der Wirklichkeit. Franz Marc bezeichnete dieses Bestreben 1912 als „subjektive Umwandlung der Natur“. Dabei führte das internationale Formexperiment dazu, dass Expressionismus von Anfang an abstrakte und figurative Kunst – im selben Bestreben, das „Geistige“ darzustellen – vereinte. In dieser Ausstellung, die Werke von 1907 bis 2011 umfasst, wird Clairs Aussage auf den Prüfstand gestellt.

Das Museum der Moderne Salzburg verfügt über hervorragende Werke sowohl des frühen Expressionismus von Richard Gerstl, Oskar Kokoschka, Ernst Ludwig Kirchner und Emil Nolde als auch über repräsentative Werke des Neoexpressionismus, etwa von Markus Lüpertz und Georg Baselitz, und der Neuen Wilden wie Siegfried Anzinger, Erwin Bohatsch und Gunter Damisch. Eine spezifisch österreichische Form des expressiven Realismus ist durch Künstler wie Georg Eisler, Alfred Hrdlicka, Rudolf Kortokraks und Karl Stark vertreten. Mehrere Werke werden erstmals ausgestellt, darunter zwei Schenkungen.

Kuratorin
Beatrice von Bormann, Sammlungsleiterin
Kuratorische Assistentin
Barbara Herzog
Museum der Moderne Salzburg

Grafiken © Petra Gradischnig


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