Jean Eugène Auguste Atget, Enlevement de Déjaniere,1898-1914; Christian Wachter, disappearance of landscape (tag/nacht), 1983, ©VBK Wien 2013; August Sander, Der Töpfermeister, 1926, ©VBK Wien 2013; Edward Weston, Pepper, 1930; alle: Sammlung FOTOGRAFIS Bank Austria im Museum der Moderne Salzburg

Fotografie im Fokus

Die Sammlung FOTOGRAFIS Bank Austria

Die 1976 gegründete Sammlung FOTOGRAFIS ist eine der herausragendsten Kollektionen historischer und internationaler Fotografie in Österreich. Sie befindet sich im Eigentum der Bank Austria UniCredit und wird seit 2009 im Museum der Moderne Salzburg aufbewahrt und bearbeitet. Nachdem die Sammeltätigkeit 1985 eingestellt worden war, stellt die Sammlung heute ein geschlossenes Ganzes dar, dessen erklärte Schwerpunkte in der Frühzeit der Fotogeschichte, im Surrealismus und der Neuen Sachlichkeit liegen, während die Gegenwart der 1970er-Jahre mit einigen punktuell bedeutsamen Werken der österreichischen Fotoszene repräsentiert ist. Nach der bisher umfangreichsten Präsentation der Sammlung 2009 in den Räumen des Museum der Moderne am Mönchsberg wird nun eine Auswahl der 200 bedeutendsten Werke im Rupertinum gezeigt, begleitet von einer umfassenden Buchpublikation mit über 70 Klassikern der Fotogeschichte.

Der chronologische Aufbau der Ausstellung und des Buches erleichtert den Einblick in die Entwicklungen des Mediums und seiner künstlerischen Sprache seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Als die Fotografen in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts und um die Jahrhundertwende malerische Effekte in der Manier des Impressionismus einsetzten, fand eine Annäherung der beiden Medien Fotografie und Malerei statt: Julia Margaret Cameron, Edward Steichen und Heinrich Kühn repräsentieren den Piktorialismus innerhalb der Sammlung FOTOGRAFIS. Paul Strand und Edward Weston schlugen in den 1920er-Jahren unter dem Begriff „Straight Photography“ ein neues Kapitel in der Kunstfotografie auf; der Eigenwert der Fotografie rückte in den Mittelpunkt. Eine der Stärken der Sammlung liegt darin, dass schon zu Sammlungsbeginn in den 1970er-Jahren vorausschauend die zentrale Bedeutung der US-amerikanischen Fotografie für die Szene in Europa erkannt wurde. Dies sollte sich weiter verstärken, als mit herausragenden Werken unter anderem von Diane Arbus, Judy Dater und Duane Michals eine neue Bildsprache im fotografischen Kontext auftauchte: Das soziale Engagement und die recherchierende Vorgangsweise wie auch komplexe Konzeptkunst fanden in den aktuellen Fotoserien und -tableaux ein neues Mittel des Ausdrucks. Daneben nahm innerhalb der Sammlungstätigkeit die „experimentelle“ Fotografie seit dem Surrealismus – mit Beispielen von Man Ray, Raoul Hausmann und László Moholy-Nagy –, die in einer erzählerischen, assoziativ agierenden Fotokunst wieder aufgegriffen wurde, eine bedeutende Rolle ein. Mit der Sammlung FOTOGRAFIS ergänzt das Museum der Moderne Salzburg sein fotografisches Engagement über die österreichische Gegenwartsfotografie hinaus um weltberühmte Beispiele internationaler und historischer Fotografie.

Kuratiert von Margit Zuckriegl

 

 

 


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