Georg Eisler, <i>Straßenkampf</i>, 1974, Öl auf Leinwand, © Museum der Moderne Salzburg - Schenkung des Georg und Alice Eisler Stiftungsfonds für bildende Künstler und Komponisten, Foto: Rainer Iglar, © Bildrecht, Wien; <i>Fußgeherzone</i>, 1989, Öl auf Leinwand, © Museum der Moderne Salzburg - Schenkung des Georg und Alice Eisler Stiftungsfonds für bildende Künstler und, Komponisten, Foto: Rainer Iglar, © Bildrecht, Wien; <i>Yardbird Suite</i>, New York, 1994, Öl auf Leinwand, © Museum der Moderne Salzburg, Foto: Rainer Iglar, © Bildrecht, Wien

Georg Eisler

Welt-Anschauung

Anlässlich einer großzügigen Schenkung des Georg und Alice Eisler-Stiftungsfonds für bildende Künstler und Komponisten widmet das Museum der Moderne Salzburg dem Maler Georg Eisler (1928–1998 Wien, AT) eine Einzelausstellung im Rupertinum. Gemeinsam mit dem bereits vorhandenen Bestand verfügt das Museum der Moderne Salzburg nunmehr über eine umfassende und profunde Werkgruppe des Künstlers, die erstmals als gesamtes Konvolut präsentiert wird.

Georg Eisler, Sohn des Komponisten Hanns Eisler und der Sängerin Charlotte Eisler, wuchs im Exil in Moskau und Prag und schließlich in Großbritannien auf. Dort erfuhr er an diversen Kunstschulen seine künstlerische Prägung, insbesondere auch durch Privatunterricht bei Oskar Kokoschka in London. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte Eisler als einer der wenigen Künstler_innen aus dem Exil wieder in seine Geburtsstadt Wien zurück.

Eislers Kunst dreht sich um den Menschen. Während uns seine Wegbegleiter in Porträts als individuelle Persönlichkeiten gegenübertreten, verliert sich der Mensch in anderen Darstellungen in der Anonymität der Großstadt und wird zum gesichtslosen Teil der Masse. Eisler malt und zeichnet den Menschen als gehetzten Fußgänger oder Marktbesucher, als freudlosen U-Bahn-Fahrer, Kaffeehausbesucher oder anonymen Voyeur in Bars und Nachtclubs. Besonders faszinieren ihn öffentliche Demonstrationen. Seine Sympathie gilt dabei den Protestierenden und er zeigt unverblümt die Übermacht und Willkür der Exekutive. Eisler strebte keine bloße Wiedergabe des Gesehenen an, sondern versuchte vielmehr, in realistischen Bildern seine Umwelt kritisch zu hinterfragen, Widersprüche hervorzuheben und in unser Bewusstsein zu rücken. Entgegen der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vorherrschenden Abstraktion entschied sich Eisler, weiterhin gegenständlich zu malen. Er knüpfte damit nicht nur an die österreichische Moderne, sondern auch an die School of London an. Heute haben vor allem seine politischen Bilder eine neue Brisanz gewonnen.

Kuratorin: Barbara Herzog, Kuratorische Assistentin; mit Christina Penetsdorfer, Assistenz-Kuratorin, und Tina Teufel, Kuratorin, Museum der Moderne Salzburg
Initiierende Kuratorin: Beatrice von Bormann, Kuratorin, Stedelijk Museum, Amsterdam

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.

 

 


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