Ilse Haider, No, 1999, künstliche Blütenstaubgefäße in Silikon, Privatsammlung, Bad Homburg, Foto: Ilse Haider
Ilse Haider, La Stilla, 2001, C-Print auf Aluminium, 80 x 65 cm, Fotosammlung des Bundes, Dauerleihgabe der Österreichischen Fotogalerie, MdM Salzburg

Ilse Haider

Objekte und Fotografien

Die 1965 in Salzburg geborene Künstlerin hat neben ihrem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien in der Meisterklasse von Arnulf Rainer und am Royal College of Art in London eine Fotografenausbildung bei dem Doyen der österreichischen Fotografie, Franz Hubmann, absolviert. Die dabei erlernten fotografischen Verfahren wurden von ihr gänzlich neu formuliert und unter innovativen Gesichtspunkten in ihren raumhaft aufgefassten Objekten und Installationen eingesetzt.

Ilse Haider hinterfragt die Qualitäten des fotografischen Bildes auf ihr Grundsätzliches hin: Oberfläche, Bildträger, Medialität, Inhalt. Ihre fotografischen Arbeiten werden ins Skulpturhafte erweitert, die Trägermaterialien sind nicht mehr Papier wie in der klassischen Fotografie, sondern Holzpaneele, Peddigrohrgeflechte, aus Wattestäbchen geformte unebene Flächen. Aus einem betont femininen Kontext verlagert sie stereotype Frauenbilder in eine Sphäre der Irritation: Kosmetik und Küche als Domänen des Weiblichen werden ebenso wie ikonenhafte Porträts oder Schönheitsideale als Floskeln enttarnt; das machoartige Bild des Mannes als viriler Beau wird von ihr gleichermaßen hinterfragt wie dekonstruiert. Das ganzheitliche Bild wird in Teilaspekte und minimale Bestandteile aufgegliedert und fragmentiert. Der Betrachter muss sich das Bild von der ursprünglichen Integrität des Bildes zusammensetzen und neu kreieren.

Die Ausstellung mit Werken aus Sammlungsbesitz des MdM SALZBURG, Leihgaben aus Museen und privaten Sammlungen wird für Ilse Haider als Preisträgerin des Otto Breicha-Preis für Fotokunst 2011 eingerichtet. Diese Auszeichnung wurde mit der Gründung des Rupertinums im Jahr 1983 gestiftet und wird seit einigen Jahren von der Familie des Gründungsdirektors des Rupertinums, Otto Breicha, dotiert. Der Preis geht alle zwei Jahre an eine(n) österreichische(n) oder in Österreich lebende(n) FotografIn/FotokünstlerIn für ein beachtenswertes fotografisches Oeuvre.


Dienstag - Sonntag: 
10.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch:
10.00 - 20.00 Uhr
Montag: geschlossen