Daido Moriyama, <i>Lips from a Poster</i>, 1975, Museum der Moderne Salzburg

I-Photo

Japanische Fotografie 1960er-1970er aus der Sammlung

Ende der 1960er-Jahre befindet sich Japan in einem radikalen politischen und gesellschaftlichen Umbruch. Millionen von Bürger_innen gingen auf die Straße, um gegen Bildungs- und Agrarreformen sowie gegen Entscheidungen der Regierung, etwa das Sicherheitsabkommen mit dem ehemaligen Aggressor, den Vereinigten Staaten von Amerika, zu protestieren. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich eine neue dynamische Bildsprache in der Fotografie. Diese versteht sich als Bruch mit der Tradition der klassischen Kunstfotografie und hinterfragt die Möglichkeiten des Mediums selbst. Harte schwarz-weiß Kontraste, aufgerissene, abstrakte Bildstrukturen kennzeichnen diese Bilder. Die Fotoszene Japans ist dabei höchst kontrovers und das thematische Spektrum reicht von erotischen Körperbildern bis hin zu politischen Statements.

Das Museum der Moderne Salzburg verfügt über eine große Sammlung japanischer Fotografie. Vertreten sind unter anderem der Mitgründer der Provoke-Gruppe wie Daidō Moriyama, Kazuo Kitai, der die gesellschaftlichen Veränderungen auf dem Land dokumentierte, Ikko Narahara, Masahisa Fukase, Shin Yanagisawa oder Shinzo Shimao, der skizzenhaft das Leben in Tokyo fotografierte sowie Nobuyoshi Araki.

Kuratorin: Christiane Kuhlmann, Kuratorin für Fotografie und Medienkunst; mit Andrea Lehner, Kuratorische Assistentin, Museum der Moderne Salzburg


Dienstag - Sonntag: 
10.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch:
10.00 - 20.00 Uhr
Montag: geschlossen