Paulina Olowska, <i> I Danced in front of the Opera Ballet - Krystyna Mazurowna</i>, 2015, Öl auf Leinwand, 200 x 170 cm,  © courtesy of  the artist and Foksal Gallery Foundation; Olga Desmond, <i>Tanznotate zur Rhythmographik</i>, 1919, in: Olga Desmond: Rhythmographik. Tanznotenschrift als Grundlage zum Selbststudium des Tanzes, bearbeitet von Fritz Bohme, Leipzig: Breitkopf & Hartel 1919, © Universität Salzburg, Derra de Moroda Dance Archives; George Barbier, <i> Pochoir-Druck</i>, In: George Barbier: Designs on the dances of Valav Nijinsky, London: Beaumont 1913, © Universität Salzburg, Derra de Moroda Dance Archives;  Andrea Geyer, <i>Truly Spun Never</i>, 2016, there channel video installation, 17 min. Productionstill: Oscar Garcia; Friderica Derra de Moroda, ca 1916, Fotograf: Bert J. Sabourin, © Universität Salzburg, Derra de Moroda Dance Archives

Kunst–Musik–Tanz

Staging the Derra de Moroda Dance Archives

Mit neuen Arbeiten von Jonathan Burrows, Philipp Gehmacher, Andrea Geyer, Ulrike Lienbacher, Kelly Nipper, Paulina Olowska, Lia Perjovschi, Eszter Salamon, Ania Soliman und Sergei Tcherepnin.

In dieser Ausstellung wird auf besondere Weise eine Verbindung zwischen der sogenannten (Tanz-)Moderne und der Kunst der Gegenwart hergestellt. Ausgangspunkt sind die Derra de Moroda Dance Archives, die sich seit 1978 an der Universität Salzburg befinden. Die einzigartigen und umfangreichen Bestände des Archivs dienen in diesem Projekt als Folie für eine zeitgenössische künstlerische „Re-Vision“ der facettenreichen Tanzkultur der 1920er- und 1930er-Jahre. Sie zeichnet sich durch ein kreatives Spannungsfeld zwischen klassischem Tanz und Ausdruckstanz, theatralischen, ethnischen und sozialen Tanzformen aus, das sich in der Suche nach neuen medialen Vermittlungsweisen des Tanzgeschehens niederschlägt.

Das Archiv ist nach seiner Gründerin Friderica Derra de Moroda (1897 Pressburg – 1978 Salzburg) benannt, die in der Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts als Künstlerin, Pädagogin, Choreografin, Forscherin und Sammlerin eine bedeutende Rolle einnimmt. Nach ihrem Debüt an der Wiener Secession und Gastspielen im mittel- und osteuropäischen Raum kam sie 1912 nach London, wo sie bis zum Zweiten Weltkrieg ihren Lebensmittelpunkt hatte, bevor sie nach Salzburg übersiedelte. Sie pflegte enge Kontakte zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Tanzwelt und machte sich in der Tanzforschung einen Namen.

Die Derra de Moroda Dance Archives umfassen Bücher zu Tanz und verwandten Bereichen aus sechs Jahrhunderten. Darüber hinaus beinhalten sie Musikalien, Libretti, autografe Briefe, Journale und Zeitschriften, eine umfangreiche Sammlung ikonografischer Quellen sowie digitale Medien.

Der Tanz der 1920er- und 1930er-Jahre, der die Biografie und die Sammlung Derra de Morodas maßgeblich prägte, wird in der Ausstellung durch vier thematische Schwerpunkte vermittelt: Multimedialität des Tanzes, nationale und internationale Korrespondenzen, exotische Tänze und Entwürfe des modernen Tanzes. Konzipiert wie zwei ineinandergreifende Ausstellungen, werden ausgewählte Bestände des Archivs in fünf thematischen Räumen präsentiert, die wiederum Bereiche für eigens beauftragte Werke von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern erschließen. Diese in der Ausstellung erstmalig vorgestellten Arbeiten sind von unterschiedlichen Aspekten des Archivs und der faszinierenden Persönlichkeit Derra de Morodas inspiriert. Sie spiegeln die Bedeutung des Wirkens und der Sammlung der Künstlerin sowie den Stellenwert von Tanz und Choreografie in der Kunst von heute wider.

Projektleitung: Sabine Breitwieser
Projektpartnerinnen: Irene Brandenburg, Nicole Haitzinger, Claudia Jeschke,
Universität Salzburg
Kuratorische Assistentinnen: Andrea Lehner, Verena Österreicher,
Museum der Moderne Salzburg
Ausstellungsarchitektur, Gestaltung Archivräume: Kuehn Malvezzi

Webseite zur Ausstellung


Dienstag - Sonntag: 
10.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch:
10.00 - 20.00 Uhr
Montag: geschlossen