Oskar Kokoschka: Schlafende Frau, aus der Serie DIE TRÄUMENDEN KNABEN, Druckgrafik, 1906-1908, publ. 1908; Das Konzert IV – Mirjam, aus der Serie DAS KONZERT, Druckgrafik, 1920, publ. 1921; Penthesilea, aus der Serie: Heinrich von Kleist, PENTHESILEA, Druckgrafik, 1969, publ.1970; Das Mädchen Li und ich,  aus der Serie DIE TRÄUMENDEN KNABEN, Druckgrafik, 1906-1908, publ. 1908; alle Bilder: © Fondation Oskar Kokoschka/VBK, Wien, 2011

Oskar Kokoschka

Druckgrafik aus der Sammlung

Oskar Kokoschka gilt gemeinsam mit Egon Schiele als Hauptvertreter und Gründer des Österreichischen Expressionismus. Sein eindrucksvolles literarisches Werk, seine Dichtungen, Dramen, Bühnenstücke und Erzählungen stehen seinem bildnerischen Schaffen gegenüber und weisen ihn als einen der Schöpfer der expressionistischen Dichtung in Österreich aus. Aber auch sein persönliches Interesse an Literatur, seine zahlreichen Illustrationen zu fremden Dichtungen und Dramen sind Leitmotiv und Mittelpunkt der umfangreichen zweistöckigen Ausstellung im MdM RUPERTINUM. Exemplarisch für seine eigenen Dichtungen genannt seien sein frühes Bild-Märchen „Die träumenden Knaben“ und sein Aufsehen erregendes Plakat zum eigenen Drama: „Mörder, Hoffnung der Frauen“. Die Druckgrafikzyklen der Jahre 1912 bis 1915 beschäftigen sich ausnahmslos mit Alma Mahler. Seine äußerst wechselvolle, stürmische Beziehung zur Femme Fatale der damaligen Wiener Gesellschaft schildert er in den Zyklen „ALLOS MAKAR“, „Der Gefesselte Kolumbus“, „O Ewigkeit – du Donnerwort“, und „Die Chinesische Mauer“. Selbst „Ann Eliza Reed“, seine Gespensterromantik aus dem Jahr 1951, lässt alle scheinbar überwundenen Motive dieser Liebesbeziehung wieder aufleben: Der Mann ist sterblich, die Frau unsterblich, die Macht der Frau über den Mann, das verlorene Kind, die Frau als Puppe, Leidenschaft, die in den Tod mündet und die Auferweckung aus diesem. Im druckgrafischen Spätwerk widmet sich Kokoschka zahlreichen Illustrationen zur Weltliteratur: Shakespeares „King Lear“, Euripides‘ „Die Troerinnen“ und Heinrich von Kleists „Penthesilea“ sind selten gezeigte Zyklen, die Kokoschkas Kennerschaft antiker Dramen bezeugen.

Das Museum der Moderne Salzburg verfügt nahezu über das vollständige druckgrafische OEuvre Oskar Kokoschkas.


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