Walter Pichler, <i>TV-Helm (Tragbares Wohnzimmer)</i>, 1967; <i>Großer Raum (Prototyp 3)</i>, 1966-67 © Sammlung Generali Foundation – Dauerleihgabe am Museum der Moderne, Fotos: Werner Kaligofsky; <i>Kompakte Stadt</i>, 1964, Modell, Gips, Kunststoff, Collection Frac Centre, Orléans

Pichler

Radikal: Architektur & Prototypen

Mit seinen gleichermaßen radikalen wie utopischen Entwürfen zu Architektur und Design zählt Walter Pichler (1936 Deutschnofen, IT – 2012 Wien, AT) zu den eigenwilligsten Künstlerpersönlichkeiten seiner Zeit. Sein Einfluss ist bis heute sichtbar. Ausgehend von seinen frühen Architekturutopien, über die Werkgruppe der Prototypen, wird in dieser Schau eine Verbindung zu von ihm realisierten Bauten hergestellt. Im Grenzbereich von Architektur, Design und Skulptur angesiedelt, zeichnen sich Pichlers Arbeiten stets durch ihre unverwechselbare Sprache aus.

Studienaufenthalte in Paris, New York und Mexiko prägten das Frühwerk von Pichler ebenso wie die gesellschaftlichen und technischen Neuerungen der 1960er-Jahre, die sich besonders in den ikonischen Prototypen niederschlugen. 1963 präsentierte Pichler mit Hans Hollein in der Galerie nächst St. Stephan in Wien Manifeste, Entwürfe und Modelle für hängende und unterirdische Stadtwelten, mit denen die damals gängige Auffassung von Architektur infrage gestellt wurde. Den beiden Geistesverwandten ging es dabei weniger um konkrete Projekte als vielmehr um eine als Utopie maskierte Kritik am Prinzip „form follows function“.

Die Werkgruppe der Prototypen (1966–1969) entwickelte Pichler mit zu dieser Zeit neuen Materialien wie Acrylglas, Aluminium und Polyester sowie pneumatischen Elementen aus PVC und audiovisuellen Komponenten. Mit der Bezeichnung Prototyp spielte er darauf an, dass diese Arbeiten letztlich von ihrem Laborcharakter in eine maschinelle Serienproduktion gehen sollten.

Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Pichler-Archiv und umfasst daher auch bislang unveröffentlichte Materialien. Dank der Dauerleihgabe der Generali Foundation verfügt das Museum der Moderne Salzburg über den größten Bestand der Prototypen-Werkgruppe, die gemeinsam mit Pichlers frühen Architekturentwürfen nach vielen Jahren wieder zugänglich gemacht werden. Abschließend werden Bauten, die Pichler ab 1972 in St. Martin im Burgenland geschaffen hat, und spätere Bauprojekte anhand von eigens bei den Künstler_innen Sasha Pirker und Werner Kaligofsky beauftragten Filmen und anderen Materialien vorgestellt, darunter auch Fotografien von Elfi Tripamer-Pichler.

Kuratorinnen: Sabine Breitwieser, Direktorin, mit Christina Penetsdorfer, Assistenz Kuratorin, Museum der Moderne Salzburg

Ausstellungsarchitektur: Wilfried Kuehn, Kuehn Malvezzi, Berlin/Mailand


Dienstag - Sonntag: 
10.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch:
10.00 - 20.00 Uhr
Montag: geschlossen