Elisabeth Czihak, Ich sehe Wölfe, 2009, C-Prints auf Alu Dibond, © Elisabeth Czihak, VBK, Wien, 2012, Fotosammlung des Bundes/Österreichische Fotogalerie/Museum der Moderne Salzburg

Schaufenster zur Sammlung II

Tag- und Nachtbilder

Seit der Erfindung der Fotografie sind es die Qualitäten von Licht und Schatten, die ausschlaggebend für die Gestaltung und Aussagekraft von fotografischen Bildern sind. Die Fotografie der Neuen Sachlichkeit widmete sich mit akkurater Ausleuchtung den Objekten und Dingen des Alltags; hier sollten die ersten Versuchsanordnungen entstehen, in denen ähnliche oder gleiche Gegenstände unter verschiedenen Lichtbedingungen gesehen werden. Die Dualität von Hell und Dunkel, im schärfsten Kontrast von Schwarz und Weiß, ließ viele Fotografen mit dem der Fotografie immanenten Umkehr-Effekt experimentieren: das Foto als Negativ vergrößert ist gleichsam das schattenhafte Alter Ego zur „richtig“ entwickelten Aufnahme. Seit der Konzeptkunst beginnen auch KünstlerInnen die Fotografie wegen ihres Potenzials zur Veranschaulichung von zeitlichen Abläufen einzusetzen: eine seriell angelegte Fotoarbeit mit zahlreichen Aufnahmen über einen bestimmten Zeitraum hinweg dokumentiert Veränderung, fungiert etwa über Aufnahmen vom Tagesanbruch bis zur tiefen Nacht als Chronometer und bildliches Tagebuch. In jüngerer Zeit widmen sich FotografInnen vermehrt den gestalterischen Möglichkeiten, mit Licht und seinen Veränderungen autonome Bilder zu kreieren. Das Sichtbarmachen von lichthaften Prozessen im fotografischen Bild ist ein Anreiz für eine avancierte, technisch stets ins Innovative ausgreifende neue Fotokunst.

 


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