Fritz Simak, Doppler, 1973/1985, Silbergelatineprint, 30 x 30 cm, Fotosammlung des Bundes / Österreichische Fotogalerie / Museum der Moderne Salzburg; Robert F. Hammerstiel,  aus der Serie: Grüne Heimat, 1988, Farbfoto, 40,5 x 50,5 cm, Fotosammlung des Bundes/Österreichische Fotogalerie/Museum der Moderne Salzburg; Katharina Hofer, Bouquet I, 2011, Silbergelatineprint, 71 x 71 cm, Fotosammlung des Bundes/Österreichische Fotogalerie/Museum der Moderne Salzburg

Schaufenster zur Sammlung IV

Die Magie des Objekts

Es ist nicht bloß das Stillleben, das sich in der Fotografie seit der Frühzeit im 19. Jahrhundert einen Fixplatz erobert hat, es ist oft gerade die intensive Frage nach den „Ding-Qualitäten“ der Motive, die bis heute die Fotografen beschäftigt. Neben den zu Stillleben wirkungsvoll arrangierten Objekten – ein der Malerei entlehntes Genre – sind es hier gerade die unscheinbaren und banalen Dinge des Alltags, an denen die Fotografen Interesse finden. Besonders das „Neue Sehen“ in den 1920er- und 1930er-Jahren schuf einen sachlichen, akkuraten Stil, der in der Fotografie zu umfangreichen Bildkompendien führte: Pflanzen und Kristalle, Haushaltsgegenstände und Geschirr wurden auf ihre Charakteristik hin untersucht und in drastischer Hell-Dunkel-Fotografie wiedergegeben. Anhand der Objekte wurden auch die fotoimmanenten Eigenschaften wie Licht und Schatten, Transparenz und Reflexion einer Recherche unterzogen, und oftmals dienten Gläser und Flaschen, ausgeschnittene Papiere und Schablonen dazu, diese „flüchtigen“ Erscheinungen ansichtig zu machen.   

Das „Ding an sich“ wird Teil der Fotografie, wenn sich Künstler damit befassen, die Gegenstände direkt auf lichtempfindliches Material zu positionieren und daraus Bilder zu generieren: Das Fotogramm entsteht ohne Linse und Kamera und ist eine direkte Projektion des Objektes in die Zweidimensionalität. Hier haben etliche Künstler seit dem Surrealismus experimentiert und so thematisieren jüngere Fotografen etwa auch in großformatigen Bildtableaus der neueren Zeit die Präsenz und Magie einer okkult erscheinenden Ding-Welt.

Zu sehen sind Arbeiten von Herbert Bayer, Francis Bruguière, Peter Dressler,  Jaromir Funke, Seiichi Furuya, Robert F. Hammerstiel, Kathi Hofer,  Horakova/Maurer, Franz Kapfer, Hans Kupelwieser, Paul Kranzler, Franz Linschinger, Heinz Loew, MAHONY, Elfriede Mejchar, David Muth, Karel Novak, Hanns Otte, Paul Outerbridge, Pascal Petignat/Martin Scholz-Jakszus, Lois Renner, Tina Ribarits, Werner Schnelle, Eckart Schuster, Fritz Simak, Josef Sudek, Jutta Strohmaier und Hiroshi Sugimoto.

 

 

 


Dienstag - Sonntag: 
10.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch:
10.00 - 20.00 Uhr
Montag: geschlossen