Kurt Matt, Der Wind ist meine Bewegung, 1984, C-Print und Karte, 65 x 50 cm; Andrew Phelps, Aus der Serie: Sextant, 1994, s/w Fotografie, 12 x 17,2 cm; Hubert Blanz, Aus der Serie:  Geospaces,  M 1:75.000, 2002, C-Print auf Aluminium, 126 x 126 cm; alle: Fotosammlung des Bundes / Österreichische Fotogalerie / Museum der Moderne Salzburg

Schaufenster zur Sammlung V

Kartografie des Bildes

Es sind Bilder, die uns die Vorstellung von Welt vermitteln. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts sind die Fotografien für Reisende wie für Zuhausegebliebene Dokumente der Authentizität, das Mittel, um die gesehene oder die imaginierte Welt zu vermessen. Für die Reisefotografie dieser Zeit stehen die der Fotosammlung aus Privatbesitz geschenkten Veduten von Hermann Clemens Kosel aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts.
Ihnen werden neue, aktuelle Fotoprojekte zur Kartografierung von Welt gegenübergestellt. Hubert Blanz hat mit seinen aus Halbleiterplatten und Computerbestandteilen konstruierten Ansichten von virtuellen Küstenstädten in Vogelperspektive ein neues Seh-Muster entwickelt. Kurt Matt verzeichnet die Punkte seiner Segelreise im Atlantischen Ozean auf einer schematisierten Seekarte, ergänzt durch eine Ansicht von Meer und Himmel an den jeweiligen Koordinaten. Auch Andrew Phelps überantwortet den Kommentar zu seiner Kajakreise durch Baja California dem Bildmedium, verändert aber die Bildsprache in eine essayhafte Erzählform. Die Vermessung der eigenen Physis und der sie umgebenden Welt ist das Anliegen von Michaela Moscouw, die in einem obsessiven Akt von Selbstbildfotografie einen vielhundertteiligen Kosmos ihrer Präsenz und einen Bildatlas ihrer Bewegungsmomente anlegte. Michael Schuster breitet ein weites Netz über einen zuvor definierten Landstrich aus: Die Dialektstudie II widmet sich den Spezifika in Linguistik, Phonetik und visueller Kultur der Bevölkerung von Südtirol bis ins Bayerische. Das Vaterunser in den Dorfkirchen ist Mark- und Prüfstein seiner Recherche mittels Fotografie und Audioaufzeichnungen.

Kuratiert von Margit Zuckriegl

 

 

 


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