George Grosz, Ecce Homo, 1915-1922, publ. 1923, Buch mit 84 schwarz-weißen und 16 farbigen Offsetdrucken, Blatt: je 36,5 x 26,5 cm, Museum der Moderne Salzburg
Franz West, Träumerei -- Dreamy, 1997, Installation, Liege "Canova" und 5 Fotomontagen, © Sammlung Generali Foundation − Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg, Foto:©Werner Kaligofsky
Julius Koller, aus der Serie "Anti-Happening" [Ping Pong], 1970-1971, Fotomontage, 4 Schwarz-weiß-Fotografien, à ca. 17 x 16 cm, ©  Sammlung Generali Foundation − Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg

Systeme & Subjekte

Werke aus den Sammlungen Generali Foundation, MAP und Museum der Moderne Salzburg

Nach der ersten und überaus erfolgreichen Präsentation einer Auswahl von Werken der neu gewonnenen Sammlung Generali Foundation werden in dieser Neuaufstellung die verschiedenen Sammlungsbestände des Museums zueinander in Beziehung gesetzt. Dazu haben wir uns auf eine Auseinandersetzung mit der Sammlung über Systeme & Subjekte eingelassen, die vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart reicht. In dieser Werkauswahl wird ein thematisch ausgerichteter Dialog der verschiedenen Bestände präsentiert – Generali Foundation, Druckgrafik, Sammlung MAP sowie jüngste Schenkungen. Werke von Künstlern wie Max Beckmann, Georges Grosz, Karl Rössing und Max Klinger werden in Beziehung zu Arbeiten von beispielsweise Bruno Gironcoli, Harun Farocki, Hans Haacke, Mary Kelly, Július Koller, Anna Oppermann, Allan Sekula, Franz West oder Heimo Zobernig gebracht.

Mit einer Auswahl der druckgrafischen Bestände wird den Ursprüngen des Museums nachgegangen, das 1983 aufgrund einer Schenkung des Kunsthändlers Friedrich Welz gegründet wurde. Zu Neuerwerbungen wie die Sammlung Generali Foundation und kürzlich erfolgten Schenkungen von Werken von Lynn Hershman Leeson und Andreas Siekmann ist es nicht nur aus zeitlicher Sicht ein großer Sprung. Werke der klassischen Moderne in denen das Menschenbild im Zentrum steht, sind konzeptuellen Arbeitsweisen von Künstlerinnen und Künstlern aus den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart gegenübergestellt. In diesen, sich überwiegend als Installation präsentierenden Arbeiten bilden physikalische, ökonomische und soziale Systeme eine Klammer für die Auseinandersetzung mit dem Subjekt.

Über spezifische Themen lassen sich zum Teil überraschende Gemeinsamkeiten und auch Unterschiede zwischen den Werken verschiedener Zeiträume entdecken, etwa am Beispiel von David Lamelas’ 1970 in Mailand fotografierten Passanten und den Zeitgenossen George Grosz’ in Ecce Homo (1923). Bei Bruno Gironcoli, Anna Oppermann, Franz West und Max Klinger können wir in unterschiedlicher Ausformung Fetischismus als gemeinsames Motiv erkennen. Reflexionen über die politisch-sozialen und ökonomischen Verhältnisse der Gesellschaft treffen anhand der Druckgrafiken aus den 1920/30er-Jahren von Karl Rössing, einer Installation von Andreas Siekmann und Interventionen von Maria Eichhorn, beide aus der jüngeren Zeit,  aufeinander. Immer wieder kehrt man zurück zum Grundthema, die Befindlichkeiten des Subjekts in den Systemen der Gesellschaft, oder mit anderen Worten: die condition humaine.

Künstlerinnen und Künstler: Robert Barry, Max Beckmann, Maria Eichhorn, Harun Farocki, Morgan Fisher, Bruno Gironcoli, George Grosz, Hans Haacke, Lynn Hershman Leeson, Mary Kelly, Anselm Kiefer, Max Klinger, Július Koller, Edward Krasiński/Eustachy Kossakowski, David Lamelas, Dorit Margreiter/Anette Baldauf, Anna Oppermann, Karl Rössing, Martha Rosler, Allan Sekula, Andreas Siekmann, Franz West, Stephen Willats, Heimo Zobernig

Kuratorinnen: Sabine Breitwieser, Direktorin, Beatrice von Bormann, Kuratorin, Leiterin Sammlung, Museum der Moderne Salzburg


Dienstag - Sonntag: 
10.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch:
10.00 - 20.00 Uhr
Montag: geschlossen