Alle: William Kentridge, <i>The Procession of Reparationists</i>, Ausstellungsansichten, Rupertinum, 2017, © Museum der Moderne Salzburg, Foto: Rainer Iglar

William Kentridge

Die Prozession der Reparierenden

Die von William Kentridge anlässlich der Ausstellung Thick Time. Installationen und Inszenierungen im Atrium des Rupertinum geschaffene Installation The Procession of Reparationists bleibt für ein ganzes Jahr bestehen.

William Kentridge (1955 Johannesburg, ZA) wurde in den 1990er-Jahren mit expressiven, in Videos animierten Zeichnungen bekannt. Sein bisher vier Jahrzehnte umspannendes Gesamtwerk changiert zwischen unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen. Seit vielen Jahren arbeitet Kentridge erfolgreich an großen Opern- und Theaterproduktionen. Seine enge Beziehung zum Theater, für das er als Schauspieler, Produzent, Bühnenbildner und Kostümdesigner tätig ist, fließt in seine Arbeit als bildender Künstler ein, und vice versa. In seinen multimedialen Inszenierungen sowohl für Ausstellungen wie auch für die Bühne vereint er großartige Zeichenkunst mit theatraler Lebendigkeit. Als roter Faden zieht sich die thematische Beschäftigung mit Kolonialismus, Revolution und Exil und mit der Bedeutung der Ausdrucksformen von Zeit durch Kentridges Werk. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Epischem und Alltäglichem, zwischen Ausgelassenheit und Tragödie.

Im Rahmen seiner großen Werkschau Thick Time, im Sommer 2017 in beiden Häusern des Museums, wurde Kentridge mit einer Installation für das Atrium des Rupertinum beauftragt. Darin greift er das bei ihm wiederkehrende Thema der Prozession auf, die sich in Form von schwarzen, aus Papier geschnittenen bzw. gerissenen Figuren vom Erdgeschoß bis in die zweite Ebene im Atrium nach oben bewegt. Indem Kentridge die Figuren in die Rundbögen platziert, nimmt er Bezug auf die frühbarocke Architektur im Rupertinum und schafft seinen Figuren auf diese Weise ein Denkmal. Die Figuren stehen in Verbindung mit einem Projekt für die leerstehende Stahlfabrik Officine Grandi Riparazioni in Turin. Kentridge setzt darin den Wanderarbeiter_innen der italienischen Stahlindustrie ein Denkmal in Form von Stahlskulpturen. Die Installation im Rupertinum ist bis Sommer 2018 zu sehen.

Kuratorin: Sabine Breitwieser, Direktorin, mit Tina Teufel, Kuratorin


Dienstag - Sonntag: 
10.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch:
10.00 - 20.00 Uhr
Montag: geschlossen