Younger than Yesterday

30 Jahre Museum der Moderne Salzburg

Jubiläumsausstellung mit den KünstlerInnen
Büro Josef Böhm • Barbara Musil • Elisabeth Schmirl

Heuer feiert das Museum der Moderne Salzburg sein 30. Jahr. Zum Jubiläum soll der Blick allerdings nicht nur auf Vergangenes gerichtet werden, sondern vielmehr nach vorne in die Zukunft. So präsentiert das MdM RUPERTINUM zu seinem 30-jährigen Bestehen drei Ausstellungen, die das Werk von zeitgenössischen KünstlerInnen aus Salzburg im Kontext ausgewählter Arbeiten aus dem Sammlungsbestand vorstellen: das „Büro Josef Böhm", Barbara Musil und Elisabeth Schmirl. Die Jubiläumsausstellung schafft damit eine Plattform, die den genannten Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit einräumt, ihr Werk erstmalig im musealen Kontext einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.

Das Künstlerkollektiv Büro Josef Böhm, bestehend aus Franz Bergmüller, Hans Pollhammer und Ingo Huyer, wurde 1990 in Salzburg gegründet und hat seinen Schwerpunkt im Bereich Performance, Film und Objektkunst. Für die Jubiläumsausstellung entwarf das Kollektiv „Büro Josef Böhm" eigens eine Rauminstallation, die den Besucher mittels einer unkonventionellen
Modelleisenbahnlandschaft zu einer imaginären (Zeit-)Reise durch das MdM RUPERTINUM einlädt. Der Parcours führt an ausgewählten Arbeiten aus der Sammlung vorbei, die durch die künstlerische Intervention einer projizierten Kamerafahrt aus einem neuen und ungewohnten Blickwinkel betrachtet werden können. Vor allem Grafiken aus der Klassischen Moderne zum Thema Landschaft und Bewegung wie Werke von Degas, Toulouse-Lautrec, Gauguin, Kokoschka und Kubin sind im Kontext der Rauminstallation zu sehen.

Die Wunderkammer als Vorläufer der musealen Sammlung entstand als Versuch, der Unüberschaubarkeit des Universums Herr zu werden und in einem Nebeneinander von Objekten unterschiedlicher Herkunft den Zusammenhang aller Dinge sichtbar zu machen. Die zusammengetragenen Kunstwerke, Kuriositäten und Exotika luden dazu ein, die Welt im Kleinen zu entdecken. Für das MdM SALZBURG hat die Künstlerin Barbara Musil (*1972) aus dem Bestand der Sammlung eine Installation geschaffen, in der sie im Sinne einer Wunderkammer in einem gleichwertigen Nebeneinander verschiedenster Kunstwerke eine neue, lustvolle Zusammenschau inszeniert. Die Künstlerin reflektiert so die Wertigkeit von Kunst und bewegt sich zwischen rationalen Bezugssystemen und spielerischen Prinzipien.

Elisabeth Schmirls (*1980) Arbeit basiert auf Recherchen digitaler Bildmedien. Dieser schier unendliche Fundus wird von der Künstlerin gefiltert, bestichwortet und nach Kategorien wie Raum/Bühne, Maske, Gruppe, Männer, Frauen, u.a.m. sortiert und zu einer speziellen Sammlung generiert. Diese Methode wandte sie auch in ihrer Auseinandersetzung mit der Sammlungsdatenbank des Museums an und wählte eine Reihe von Werken aus, die Elemente zu von ihr neu entwickelten grafischen Arbeiten beisteuerten. Dabei fokussierte sie ihre Schwerpunkte auf Porträt, die Gegenüberstellung von privatem und öffentlichem Raum, weibliche und männliche Gruppierungen sowie eine Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart. In der Ausstellung werden die Grafiken und ein Gemälde der Künstlerin mit ihren Paten aus der Sammlung konfrontiert.

Auf Augenhöhe - Archiv & Labor
Aus drei Jahrzehnten Kunstvermittlung

Seit 30 Jahren besteht die Kunstvermittlung am MdM SALZBURG — eine Gelegenheit, diese Tätigkeit zu thematisieren. Das Team der Kunstvermittlung erstellte gemeinsam mit dem Künstler Martin Gredler eine dichte Ausstellung, die sich aus einer Vielzahl von Objekten speist. Darunter finden sich Arbeiten von Kindern und Erwachsenen — historische wie aktuelle — die in zahlreichen Workshops entstanden sind und nun in den Ausstellungsraum übersiedeln. In dieses Archiv mischen sich kommentarlos didaktische Gegenstände und Arbeiten, die speziell für Ausstellungen angefertigt wurden, um Inhalte, Zusammenhänge und Zugänge zu erläutern. Keines dieser Objekte erscheint jedoch in seiner  festgeschriebenen Funktion, viele erleben von Auftritt zu Auftritt eine Veränderung bis hin zu dieser Präsentation. Diese Metamorphose des Gezeigten, im Einzelnen wie im Gesamten, möchte auch den Laborcharakter der Vermittlungstätigkeit aufblitzen lassen. Der Betrachter ist stets Mitarbeiter, Gestalter und Partner. Das Produkt ist mehr als das Objekt.

Das Team der Kunstvermittlung versteht seine Tätigkeit als ein organisiertes Spiel vielfältiger Möglichkeiten Neugier zu wecken, sehen zu lernen, hinter die Kunstwerke zu schauen oder mehr über Kunst wissen zu wollen als die Beschriftungstafel neben dem ausgestellten Bild preisgibt. Auf Augenhöhe möchte erzählen, zeigen und erlaubt sich, in spielerischem Zugang die Fülle der Möglichkeiten anzudeuten.


Dienstag - Sonntag: 
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Mittwoch:
10.00 - 20.00 Uhr
Montag: geschlossen