Ecke Bonk, typosophes sans frontières, The Gedankenexperiment (2003-2005), Spiegel, Schieferplatten, MdM Mönchsberg
Ecke Bonk, typosophes sans frontières, The Gedankenexperiment (2003-2005), Spiegel, Schieferplatten, MdM Mönchsberg
Ecke Bonk, typosophes sans frontières, The Gedankenexperiment (2003-2005) - Detail, Spiegel, Schieferplatten, MdM Mönchsberg

Ecke Bonk - typosophes sans frontières "Gedankenexperiment", 2003-2005

Die Arbeiten von Ecke Bonk bewegen sich im Zwischenraum unterschiedlicher Disziplinen. Sie sind auf die vielfältigen Wechselwirkungen von Kunst und Wissenschaft bezogen. In der von Ecke Bonk begründeten ‚typosophie’ sind die Grenzen der Disziplinen zugunsten einer poetischen Sichtweise verschwunden. „ohne wissenschaft keine kunst / ohne kunst keine wissenschaft“ lautet ein Motto seiner ‚Firma’ typosophes sans frontières.
Im Sommer 2002 hatte das Museum Ecke Bonk eingeladen, ein Projekt für den Bauzaun am Mönchsberg zu entwickeln. Sein Vorschlag, den Zusammenhang von aktuellem Museumsneubau und inhaltlichem Anspruch mit einem 5 m hohen und 70 m langen Wortspiel: BUILDING><BILDUNG zu kommentieren, sorgte damals für eine sehr lebhafte Diskussion. Auch seine provokante Umtextung des Manifests der Futuristen gegen Venedig 1910 als geistesgegenwärtiges Statement gegen das ebenso ‚untragbar verkommene Salzburg 2002’ war Aufruf zu einer konstruktiven Haltung und gegen einen gerne oberflächlichen Kunst- und Kulturbetrieb gerichtet. Das Projekt für die Bergstation am Mönchsberg stellt ebenso eine weitere Forderung nach Diskussion und Auseinandersetzung statt Anästhesie dar.
„Der Titel "The Gedankenexperiment" ist auch eine hommage an den wohl bedeutensten erfinder von gedankenexperimenten im 20 Jhdt: Albert Einstein. Der englische Artikel "the"verweist auf den gebrauch von gedankenexperiment in der weitgehend englisch sprachigen community der physik als deutsches fremdwort bis heute.“ (Ecke Bonk)
Zwar gab es Gedankenexperimente vor allem in der Antike, bei den Dichterphilosophen Parmenides, Demokrit, Heraklit u.a., aber in der für den Beobachter nahezu unzugänglichen Quantenphysik bzw. den Modellen der Relativitätstheorie hat sich das Gedankenexperiment einen Platz in den vordersten Reihen der Erkenntnisinstrumente der theoretischen Astro- und Atomphysik erobert. Mit seiner Arbeit verweist Bonk auf das von der UNESCO für 2005 ausgerufene „World Year of Physics“.
„in gedankenexperimenten verbinden wir makro- und mikrokosmos. Diese poetischen konstrukte sind die perfekten raumschiffe, geeignet durch alle dimensionen des universum zu reisen. Gedankenexperimente erfassen und fokussieren die poetischsten leistungen unseres Geistes. Sie sind funkelnde kristalle der abstraktion, ein ‚spitzenprodukt’ unseres primatengehirns, seit seiner sprunghaften quantitativen wie qualitativen veränderung vor 150.000 jahren (deren ursachen bisher noch nicht vollständig erklärbar sind) und der entwicklung eines hochdifferenzierten analytischen denk- und sprachzentrums. All unsere poetischen erfahrungen und visionen, all unsere erkenntnisbemühungen sind immer dazu eingesetzt worden, unseren äußerst gefährdeten und unsicheren platz auf einem dahinrasenden planeten zu bestimmen. So ist auch das in dem projekt ‚the gedankenexperiment’ bedeutsam positionierte ‚leuchtende’ zitat von william blake zu verstehen: Born in Stars We Live On Earth As Poets (Ecke Bonk)
"The Gedankenexperiment" ist eine Hommage an die Gedankenmodelle und Arbeitshypothesen von William Blake, Hans Geiger, Wolfgang Pauli, Lise Meitner und Albert Einstein.


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