Foto: Maria Ziegelböck

Das Museum in Bewegung

Mit dem diesjährigen Festspielsommer eröffnen wir zwei Ausstellungen, die mir besonders wichtig sind und einen interdisziplinären Kunstbegriff betonen: die erste Retrospektive der aus Italien stammenden und seit 1938 in den USA lebenden Künstlerin Simone Forti sowie die Themenausstellung Kunst/Geschichten, eine Schau, die sich erstmals über beide Häuser erstreckt. Mit meiner ersten Themenausstellung eröffne ich zusätzlich eine Diskussion über eine der zentralen Aufgaben des Museums: die Konstituierung von Geschichte anhand von Artefakten. Im Zentrum steht dabei der Blick der Künstler_innen auf eine Geschichte, die sich keinesfalls auf die der Kunst beschränkt.

„Mich interessiert, was wir durch unsere Körper über die Dinge wissen“, sagt Forti über ihre Arbeit, die trotz ihrer Pionierarbeit für den postmodernen Tanz und die Minimal Art die einfache Bezeichnung „Bewegungskünstlerin“ vorzieht. Forti hat sich dem Experiment und der Improvisation verschrieben und bringt das Museum buchstäblich in Bewegung. Täglich werden im Museum und in der Stadt ihre Performances, vor allem die berühmten Dance Constructions (1960/61), aufgeführt.

Mit ihren News Animations (ab 1983) leitet Forti über zur Fragestellung, von wem und mit welchen Mitteln Geschichte geschrieben und erfahrbar gemacht wird. In der Ausstellung Kunst/Geschichten eröffnen uns fast vierzig Künstlerinnen und Künstler anhand von mehr als 230 Werken ihre Sicht auf Geschichte und geschichtliche Ereignisse und auf die Frage, wie sie diese erzählt haben möchten. Die Ausstellung nimmt ihren Ausgang im 17. Jahrhundert mit einem gleichermaßen lokalen wie weltbedeutenden Ereignis: der Vertreibung der Protestanten aus Salzburg, die in zahlreichen Kupferstichen erzählt wird. Sie führt über weitere „Kunstgeschichten“ über verschiedene Konflikte in der Welt, aber auch über persönliche Geschichten bis in die Gegenwart. Hauseigene Sammlungen, Leihgaben und neue Produktionen, unterschiedliche Sichtweisen und künstlerische Praktiken, die Gesetzmäßigkeiten des Kunstbetriebs mit eingeschlossen, kommen hier ins Spiel mit Geschichte.

In den Galerien auf Ebene 2 auf dem Mönchsberg ist die im April erfolgreich eröffnete erste Präsentation der neu erworbenen Sammlung Generali Foundation zu sehen. In dieser Ausstellung sind im Monatstakt jeweils andere Filminstallationen von Dan Graham und ab Sommer neue Serien von Fotomontagen von Sanja Iveković zu sehen.

Sabine Breitwieser, Juli 2014


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