Ehemalige Grenzstation Freilassing

Entwurfsatelier/Professor Valerio Olgiati

Schlagworte: die Nationen die sich treffen / die Freizügigkeit Europas / der Ort der Erinnerung

Seit dem Wiener Kongress mit dessen Neuordnung von Europa nach 1815 der Rupertiwinkel und damit das westliche Umland zu Bayern kam, ist Salzburg eine Grenzstadt. Mit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union und zum Schengen-Raum wurde diese Grenze nur mehr als eine historische Reminiszenz betrachtet. Seit der sogenannten Flüchtlingskrise im Jahr 2015 erleben wir jedoch, wie schnell Grenzzäune wieder hochgezogen werden: Inzwischen patrouillieren hier wieder Grenzpolizisten und kontrollieren Ausweise. In weite Ferne gerückt erscheint ein geeintes Europa, das Nationalismus und Xenophobie überwunden hat. Was heißt das für eine Stadt wie Salzburg, die mitten in Europa gelegen eines der weltweit wichtigsten Kulturfestivals, die Salzburger Festspiele betreibt? Ist es möglich, die Wiederbelegung der Grenzen zu ignorieren, oder müssen vielmehr Zeichen für Menschlichkeit und dem Nationalismus Grenzen gesetzt werden?

Die Identität von Salzburg als Kulturstadt aufgreifend, hat die Klasse Valerio Olgiati Projekte entwickelt, die sich durchwegs dem Raum zur Darbietung von Musik widmen. Ziel war es, verschiedenste Typen von Musikräumen anzubieten, die allen Anforderungen einer Musikstadt wie Salzburg gerecht werden. Die Entwürfe reichen von einem Saal für Solisten über eine Chorhalle bis hin zu einem Raum für Musiktheater. Die Entwürfe spiegeln somit nicht nur ein breites musikalisches Spektrum wider, sondern veranschaulichen auch die unterschiedlichen Maßstäbe, Dimensionen und räumlichen Charakteristika dieser Orte.

Fotos: Günter Richard Wett