AVA-Hof

Entwurfsatelier/Professor Valentin Bearth

Schlagworte: die Banalität überdenken / sich mit der Altstadt verweben / sich der Geschichte stellen

Laut dem österreichischen Architekten Carl Appel (1911–1997) ist der AVA-Hof ein „wenig geglücktes Geschäfts- und Bürogebäude aus dem Jahr 1973“, das an der Stelle eines Schulgebäudes aus der Gründerzeit errichtet wurde. Aus rein architektonischer Sicht hat der heutige Bau keine Relevanz, er unterliegt keinen Schutzbestimmungen und könnte abgebrochen und ersetzt werden. Das trapezförmige Grundstück an einer strategischen Stelle der historischen Altstadt gelegen, wird nicht adäquat genutzt. Eine wirklich überzeugende Funktion und ein bestechender Entwurf könnten der Altstadt hier einen Impuls mit enormer Wirkung geben. Am Beginn des Projektes stand daher die Frage nach der Funktion des Gebäudes und nach dem Nutzen für die Stadt, welche Grundlage für die Entwicklung konkreter architektonischer Formen bildete.

Inmitten der ansonsten streng reglementierten Altstadt bietet gerade die städtebaulich wichtige Lage des AVA-Hofes die einmalige Möglichkeit, nicht nur ein neues Gebäude zu schaffen, sondern auch einen neuen öffentlichen Ort für die Stadt. So war es die Entwurfsprämisse der Klasse von Valentin Bearth, eine neue ausdrucksstarke Architektursprache für diesen Ort innerhalb des historischen Stadtzentrums zu entwickeln. Während einerseits der Dialog mit dem Bestand gesucht werden sollte, gab es das Bestreben, mit dem neuen Gebäude in der Altstadt, einen durchaus eigenständigen und richtungsweisenden architektonischen Auftritt zu schaffen.

Fotos: Günter Richard Wett