Mit der Präsentation des über 550 Blätter umfassenden druckgrafischen Werks von Asger Jorn (1914 Vejrum, DK – 1973 Aarhus, DK) gelingt eine doppelte Premiere: Jorns Druckgrafik ist erstmals außerhalb von Dänemark in ihrer Gesamtheit zu sehen und zugleich ist die Ausstellung die erste österreichische Retrospektive des bedeutendsten dänischen Künstlers des 20. Jahrhunderts. Jorn gilt als eine der wichtigsten und facettenreichsten Figuren der europäischen Avantgarde nach dem Zweiten Weltkrieg. Wie kein anderer Künstler verbindet er den klassischen Expressionismus des frühen 20. Jahrhunderts mit den figurativ-expressiven Strömungen der Gegenwartskunst und damit auch zwei Schwerpunkte im Programm des Museum der Moderne Salzburg. Durch die Synthese von Surrealismus, Informel, Action-Painting und nordischer Volkskunst hat er eine neue figurative Malerei geschaffen, die als Vorläufer der Neuen Wilden in Deutschland und Österreich und der Transavanguardia in Italien gelten kann.

Die zwischen 1932 und 1972 parallel zu Jorns Malerei entstandenen Lithografien, Radierungen, Holz- und Linolschnitte zeigen die Experimentierfreude des Künstlers und sein Interesse an den Möglichkeiten des Materials ebenso wie seine reiche Fabulierkunst und seinen Witz.


Dreiseitiger Fußball

Bespielbare Installation im Rahmen der Ausstellung (bis 30. Juni)

Der dänische Künstler Asger Jorn erfand das dreiseitige Fußballspiel Anfang der 1960er-Jahre. Das Spiel entspricht Jorns experimenteller, an persönlicher Erfahrbarkeit ausge­richteter Herangehensweise ebenso wie seinen Vorstellungen von gesellschaftlicher und kulturel­ler Entwicklung. In Zeiten des Kalten Krieges wollte er die Konfron­tation zwischen Ost und West mittels einer ‚dritten Kraft‘ entschärfen. Diese Idee veranschaulichte er mit Hilfe eines Fußballspiels, das von drei Teams auf einem sechseckigen Feld mit drei Toren ausgetragen wird.

Zwei Gegner_innen, so Jorns Gedankengang, spielen eher aggressiv, wäh­rend bei drei Gegner_innen eine ganz andere Dynamik entsteht, weil sich Teams im Spielverlauf kurzzeitig verbünden können. Simples Freund-Feind-Denken wird damit aufgehoben. Kommunikation und Sponta­nität stehen im Mittelpunkt jeder Partie. Kreatives Denken ist ebenso gefordert wie die Fähigkeit zur Kooperation. Da zudem jenes Team gewinnt, das die wenigsten Tore zulässt, ist das Spiel weniger auf Angriff als auf Verteidigung ausgelegt. Mittlerweile hat sich das Spiel in mehreren Ländern etabliert und 2014 fand in Jorns Heimatstadt Silkeborg die erste Weltmeisterschaft statt.

Mehr Information zum Spiel und Termine

  • Trailer zu "Asger Jorn. Das druckgrafische Werk"

  • Ausgeschnittene Holzwege. Asger Jorns Druckgrafik

  • Katalog zur Ausstellung
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Werkliste
CREDITS

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit Museum Jorn, Silkeborg, DK und wird von einer Publikation begleitet.

Unter dem Ehrenschutz von René R. Dinesen, Botschafter & Ständiger Vertreter Dänemarks, Wien

Unterstützt von Ny Carlsbergfondet

Kurator_innen: Thorsten Sadowsky mit Barbara Herzog und Lena Nievers

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