Als einzige Station in Europa präsentiert das Museum der Moderne Salzburg eine umfangreiche Schau über das Werk und den Einfluss der US-amerikanischen Musikerin und Performance-Künstlerin Charlotte Moorman. Ihr künstlerisches Schaffen und ihre Rolle als Vermittlerin von Avantgardekunst werden in dieser Ausstellung erstmals umfassend gewürdigt und in ein neues Licht gerückt.

Das Museum der Moderne Salzburg ist stolz, als einzige Station in Europa eine umfassende Schau über das Werk und den Einfluss der US-amerikanischen Cellistin und Performancekünstlerin Charlotte Moorman (1933 Little Rock, AR, US – 1991 New York, NY, US) präsentieren zu können. 2016 wurde die Ausstellung Ein Fest des Staunens. Charlotte Moorman und die Avantgarde, 1960–1980 von der New York Times zur besten Ausstellung des Jahres gewählt. Sie umfasst Werke in ganz unterschiedlichen Medien und Bereichen aus dem Archiv der 1991 in New York City verstorbenen Künstlerin. Die Ausstellung ist in zwei Hauptthemen gegliedert: Moormans Repertoire als Künstlerin und ihre Arbeit als Gründerin und Organisatorin des Annual New York Avant Garde Festivals. Diese beiden Bereiche werden von einem Abschnitt über den Einfluss ihrer Konzertreisen nach Europa verknüpft.

Nach einer klassischen Ausbildung als Cellistin an der berühmten Juilliard School in New York wendet sich Charlotte Moorman früh einer radikal neuen Herangehensweise an Musik zu. Der Komponist Edgar Varèse bezeichnet sie als „Jeanne d’Arc der Neuen Musik“. Ihre Aufführung der Opera Sextronique von Nam June Paik führt 1967 in New York zu ihrer Verhaftung und Anklage wegen unsittlichen Verhaltens. Charlotte Moorman wird für die Öffentlichkeit zur „Topless Cellist“, was ihr Image stark prägte – ein Umstand, der mit dieser Ausstellung korrigiert wird.

Die intensive Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik, Kunst, Literatur, Tanz und innovativen genreübergreifenden Ausdrucksformen entfacht ihr Engagement, diese im Rahmen des von ihr zwischen 1963 und 1980 organisierten Annual Avant Garde Festival of New York einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Insgesamt 15 Festivals finden an öffentlichen Orten wie dem Central Park (1966), der Staten Island Ferry (1967) oder dem Grand Central Terminal (1973) statt. Parallel dazu entwickelt Moorman ein sehr persönliches Repertoire an Stücken, die sie wiederholt aufführt. Dazu zählen unter anderem Werke von John Cage, Giuseppe Chiari, Philip Corner, Jim McWilliams, Yoko Ono und Nam June Paik. Ihre Arbeit führt sie auch nach Europa, wo sie unter anderem 1965 am 24-Stunden-Happening in Wuppertal, 1973 an der Bochumer Kunstwoche und 1982 am Ars Electronica Festival in Linz teilnimmt.

Charlotte Moorman war eine begeisterte Archivarin. Die Ausstellung schöpft aus reichen Materialien, die einen Einblick in Moormans persönliches Leben bieten, ihre Verbindungen zu anderen Künstler_innen der Zeit aufzeigen und ihre unermüdlichen Anstrengungen zur Vermittlung der Avantgarde sichtbar machen. Teile des Archivs von Moorman, das sich an der Northwestern University of Chicago befindet, werden in dieser Ausstellung zum ersten Mal gezeigt.

Zur Ausstellung ist eine Publikation erschienen.

CREDITS

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Mary and Leigh Block Museum of Art, Northwestern University, und den Northwestern University Libraries. Die Ausstellung in Salzburg wird ermöglicht durch großzügige finanzielle Mittel der Terra Foundation for American Art. Weitere maßgebliche Unterstützung gewährten: Andy Warhol Foundation for the Visiual Arts, National Endowment for the Arts, Elizabeth F. Cheney Foundation, Alumnae of Northwestern University, Colonel Eugene E. Myers Foundations, Illinois Arts Council Agency, Dean of Libraries Discretionary Fund, Charles Deering McCormick Fund for Special Collections, Florence Walton Taylor Fund, Block Museum Science and Technology Endowment.

Direktorin: Sabine Breitwieser
Kuratorin: Tina Teufel, Museum der Moderne Salzburg

Originäres Kuratorenteam: Lisa G. Corrin, Direktorin, Block Museum; Corinne Granof, Kuratorin des akademischen Programms, Block Museum; Scott Krafft, Kurator der Charles Deering McCormick Library of Special Collections, Northwestern University Libraries; Michelle Puetz, Pick-Laudati-Kuratorin für Medienkunst, Block Museum; Joan Rothfuss, beratende Kuratorin; und Laura Wertheim Joseph, Assistenz der beratenden Kuratorin

Publikation:
A Feast of Astonishments
Charlotte Moorman and the Avant-Garde: 1960s—1980s

Hg. von Lisa Graziose Corrin und Corinne Granof
Mit einem Vorwort von Lisa Graziose Corrin, Lynn Gumpert und Sabine Breitwieser sowie
Texten von Lisa Graziose Corrin, Ryan Dohoney, Corinne Granof, Hannah B. Higgins, Rachel Jans, Scott Krafft, Kathy O’Dell, Jason Rosenholtz-Witt, Joan Rothfuss, Kristine Stiles und Laura Wertheim Joseph
Softcover, 25,4 x 22,9 cm, 224 Seiten
Northwestern University Press
Englische Ausgabe
ISBN 978-0-8101-3327-3
€ 48,00

Ausstellungsansichten

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