Unter dem Titel Berge schreiben stellt das Museum der Moderne Salzburg das vielseitige Werk der aus Beirut stammenden, international renommierten Künstlerin und Schriftstellerin Etel Adnan erstmals umfassend in Österreich vor.

Das Museum der Moderne Salzburg präsentiert als erste Institution in Österreich das vielseitige Werk von Etel Adnan, die 1925 in Beirut im Libanon geboren wurde, und nach Stationen in Paris, New York und Sausalito in Kalifornien derzeit wieder in Paris lebt. Adnan hat sich als Schriftstellerin, Dichterin, Künstlerin und Kulturredakteurin einen Namen gemacht. Seit ihrer Präsentation auf der documenta 13, 2012 in Kassel, ist auch ihr malerisches Werk einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Diese Ausstellung spannt einen Bogen über Adnans vielseitiges Schaffen von den 1960er-Jahren bis heute und umfasst Medien wie Malerei, Arbeiten auf Papier, Tapisserie und Film. Tonaufnahmen sowie eine Auswahl ihrer Publikationen, die in zahlreichen Sprachen erschienen sind, komplettieren die Werkschau.

Etel Adnans frühe Malereien aus den 1950er- bis 1970er-Jahren sind aus Farbfeldern in kontrastreichen Variationen konstruiert und erinnern an Werke von Nicolas de Staël und Paul Klee. Ähnlich wie Adnan stellten sich diese mit ihren Kompositionen, in denen Abstraktion und Figuration vereint werden, gegen die künstlerische Gepflogenheit ihrer Zeit. Seit 1964 nehmen Künstlerbücher aus japanischem Papier, die als Leporellos gefaltet werden und handschriftliche Übertragungen von Gedichten zeitgenössischer arabischer Dichter mit Bildern vereinen, einen besonderen Stellenwert in Adnans Werk ein. Ab den 1980er-Jahren, während ihrer Zeit in Kalifornien, wurde der Mount Tamalpaïs nördlich von San Francisco zu einer wichtigen Quelle der Inspiration für die Künstlerin. Ihre künstlerische Annäherung an den Berg vergleicht Adnan mit Paul Cézannes exakter Naturbeobachtung und Obsession gegenüber dem Mont Sainte-Victoire. Während mehr als 35 Jahren entstanden unzählige Arbeiten, die den Berg in unterschiedlichen Farben, Lichtsituationen, Jahres- und Tageszeiten zeigen und in denen die Künstlerin die Grenzen zur Abstraktion auslotet. Die Unmittelbarkeit ihres ästhetischen Ausdrucks lässt uns die Bilder wie Seelenlandschaften erleben, in denen Adnans poetische Sprache eine visuelle Entsprechung findet.

Mit ihrem künstlerischen wie literarischen Schaffen setzt sich Etel Adnan vielseitig über sprachliche, kulturelle und geografische Grenzen hinweg. Dessen unterschiedliche Ausdrucksweisen stellen Facetten ihrer Identität dar, welche die Künstlerin als einen sich ständig wandelnden Prozess ansieht.

Werkliste
CREDITS

Direktorin: Sabine Breitwieser
Kuratorin: Tina Teufel

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