Vielseitig und kontrovers, zuweilen rätselhaft und oft gängigen Japan-Vorstellungen entgegenlaufend, zeigt sich die japanische Fotografie der 1960er- und 1970er-Jahre. Das Museum der Moderne Salzburg präsentiert seine umfangreichen und einzigartigen Bestände nun in einer zweiteiligen Ausstellungsreihe.

Die Sammlung des Museum der Moderne Salzburg enthält ein exzellentes und umfangreiches Konvolut japanischer Fotografie der 1960er- und 1970er-Jahre. Dieses wird nach vielen Jahren erstmals wieder in einer Reihe von Ausstellungen präsentiert. Der Auftakt der Reihe ist der Darstellung des Menschen und der Wahrnehmung der sich verändernden Gesellschaft in der Nachkriegszeit in Japan gewidmet. Eine später folgende Ausstellung ist zum Thema Stadt und Land geplant.

In der Geschichte der japanischen Fotografie lehnt sich der Begriff des "I-Photo", des "Ich-Fotos", an das literarische Genre der Ich-Erzählung an. Es wird als Ausdrucksform des eigenen Selbst und zugleich als Mittel der Erforschung von Realität aufgefasst und eingesetzt. Als einer der ersten Fotograf_innen der Nachkriegszeit schuf Masahisa Fukase in den späten 1960er-Jahren Fotoserien mit dokumentarischen und fiktiven Elementen. Hauptmotive und lgeichzeitig Modelle waren seine Frau Yoko und seine Familie. Nobuyoshi Araki, der bekannteste, produktivste und wohl auch provokativste japanische Fotokünstler, begann 1963 als Mode- und Werbefotograf. In der Sammlung befinden sich sehr persönliche fotografische Notizen von ihm selbst und seiner früh verstorbenen Frau Yoko. Für Fukase und Araki sowie andere japanische "Ich-Fotografen" wie Issei Suda, Shin Yanagisawa und Daidõ Moriyama ist das "Ich-Foto" eine Mischung aus Wahrheit und Fälschung, die emotional berührt und verstörend wirken kann. Die Ästhetik der Bilder ist durch harte Schwarz-Weiß-Kontraste und aufgerissene, abstrakte Strukturen gekennzeichnet. Sie demonstriert den Bruch mit der Tradition der klassischen Kunstfotografie und hinterfragt gleichzeitig die Möglichkeiten des Mediums selbst. Die Fotoszene Japans ist dabei höchst kontrovers und das thematische Spektrum reicht von erotischen Körperbildern bis hin zu politischen Statements.

Werkliste
CREDITS

Werke von Nobuyoshi Araki, Masahisa Fukase, Takashi Hanabusa, Bishin Jumonji, Daidō Moriyama, Masaaki Nakagawa, Shunji Ōkura, Issei Suda, Akihide Tamura, Yoshihiro Tatsuki, Shin Yanagisawa

Direktorin: Sabine Breitwieser
Kuratorin: Christiane Kuhlmann, Kuratorin Fotografie und Medienkunst; mit Andrea Lehner-Hagwood, Kuratorische Assistentin, Museum der Moderne Salzburg

Ausstellungsansichten

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