In einer gleichermaßen tiefen wie breiten Auseinandersetzung mit österreichischer Fotografie präsentiert das Museum der Moderne Salzburg eine durch Werke aus den eigenen Beständen erweitere Ausstellungsfassung von Österreich. Fotografie 1970–2000, die in Kooperation mit der Albertina, Wien, entstanden ist.

Wie sieht Österreich im Brennpunkt der heimischen Linse aus? Seit den 1970er-Jahren befragen Fotograf_innen in Österreich verstärkt das eigene Land, seine kulturellen Identitäten, sozialen Milieus und Traditionen. Es entwickelten sich vielfältige fotografische Strategien, inszenierte Tableaus sowie Auseinandersetzungen mit dem Medium selbst, die als charakteristisch für die Zeit zwischen 1970 und 2000 gelten. Es ist ein Blick nach innen, der anhand der einander gegenübergestellten Werke von 24 Künstler_innen präsentiert wird.

Innerhalb der österreichischen Fotografie markieren die 1970er-Jahre einen Aufbruch in unterschiedliche Richtungen. Die Fotograf_innen mussten sich ihre künstlerischen und methodischen Herangehensweisen unter schwierigen Umständen erarbeiten, denn Bezugspersonen und theoretische Diskurse boten nur vereinzelt Anknüpfungspunkte. Auch eine institutionelle Infrastruktur, die eine elaborierte künstlerische Auseinandersetzung erlaubt hätte, war zunächst kaum existent. Erst in den 1980er-Jahren veränderte sich diese schwierige Situation langsam. Wie bei einer Spurensuche werden Aspekte des Verschwindens von gesellschaftlichen und architektonischen Strukturen festgehalten. Künstler wie Heinz Cibulka, Nikolaus Walter und Manfred Willmann fotografieren in ihrem direkten Lebensumfeld. Elfriede Mejchar und Johannes Faber nähern sich ihrem Gegenstand aus der Distanz. Das nationalsozialistische Erbe ist Thema bei Heimrad Bäcker und Helmut Kandl, während Günther Selichar und Gottfried Bechtold die Möglichkeiten des Mediums selbst untersuchen. Alle Werke zeugen von einer direkten Auseinandersetzung mit der Vorstellung von Heimat - ein Begriff, der bis heute aufgrund seiner Geschichte und Subjektivität nur schwer fassbar ist. Ausgehend vom Dokumentarischen entwickeln die Fotograf_innen hierzu unterschiedliche Arbeitsweisen. Die Konzeption von Langzeitprojekten in umfassenden Werkgruppen ist hierfür ebenso beispielhaft wie die Beschäftigung mit fotografischen Repräsentationsformen.

Werkliste
CREDITS

Werke von Heimrad Bäcker, Gottfried Bechtold / Heinz Schmidt, Heinz Cibulka, Peter Dressler, VALIE EXPORT, Johannes Faber, Bernhard Fuchs, Seiichi Furuya, Robert F. Hammerstiel, Bodo Hell, Helmut Kandl, Leo Kandl, Friedl Kubelka, Branko Lenart, Elfriede Mejchar, Lisl Ponger, Gerhard Roth, Günther Selichar, Loredana Selichar, Miachel Schuster / Norbert Brunner, Nikolaus Walter, Manfred Willmann

Eine Kooperation mit der Albertina, Wien, und dem Bundeskanzleramt, Sektion Kunst und Kultur

Direktorin: Sabine Breitwieser, Museum der Moderne Salzburg
Gastkurator: Walter Moser, Kurator, Albertina, Wien
Kuratorin: Christiane Kuhlmann, Kuratorin Fotografie und Medienkunst; mit Andrea Lehner-Hagwood, Kuratorische Assistentin, Museum der Moderne Salzburg

Publikation:
Österreich. Fotografie 1970–2000

Hg. von Walter Moser
Mit einem Vorwort von Thomas Drozda und Geleitworten von Klaus Albrecht Schröder und Sabine Breitwieser sowie Texten von Reinhard Braun, Christiane Kuhlmann, Walter Moser und einem Essay von Reinhard Kaiser-Mühlecker
Softcover, 23 x 27,5 cm, 242 Seiten, 220 Abbildungen
Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln
ISBN 978-3-96098-126-8
€ 29,80

Ausstellungsansichten

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