Die Ausstellung open spaces | secret places. Werke aus der SAMMLUNG VERBUND vereint künstlerische Positionen, die auf unterschiedliche Weise die Wahrnehmung von ‚Räumen und Orten’ visualisieren. Ab den 1960er-Jahren wenden sich Künstlerinnen und Künstler zunehmend von der zweidimensionalen Fläche der Malerei ab. Sie verlassen ihre Ateliers: Land-Art-Künstler_innen schaffen in der Weite der Wüste riesige skulpturale Formationen, in Hinterhöfen entstehen raumgreifende Environments (wörtlich: Umgebungen) und im öffentlichen Raum ortsspezifische Interventionen. So bildet sich ab den 1970er-Jahren in der zeitgenössischen Kunstproduktion ein kollektives Bewusstsein, räumlich zu agieren. Die letzten vier Jahrzehnte verdeutlichen, dass die gegenwärtige Kunstpraxis ohne den früheren radikalen Wandel nicht denkbar wäre.

Der erste Teil der Ausstellung war vom Medium der Fotografie bestimmt. Jeff Wall inszeniert an der Peripherie geheimnisvoll Fragmente des Urbanen und zeigt die inoffizielle Nutzung von Orten und Unorten. Joachim Koester, Bernd und Hilla Becher, Tom Burr, Teresa Hubbard / Alexander Birchler und David Wojnarowicz gehen der Brüchigkeit von Gegenwart angesichts der historischen Veränderung in Raum und Zeit nach und suchen mitunter nach Spuren von Geschichte. Louise Lawler lenkt unseren Blick auf Orte, an denen Kunstwerke aufbewahrt und präsentiert werden. Janet Cardiff / George Bures Miller inszenieren eine Reise durch Erinnerungen als audio-visuellen Erfahrungsraum, in dem sich Authentisches und Fiktives vermischen.

Der zweite Teil der Ausstellung widmete sich der persönlichen Raumerfahrung. Ernesto Neto schafft einen mit Nylon überzogenen Käfig, den man umkreisen kann. Die Installation mit ihrem mysteriös inszenierten Innenleben kann als verschlossenes Sinnbild für unser psychologisches System gesehen werden. Gordon Matta-Clark dekonstruiert Räume und Häuser, reißt und schneidet diese auf und definiert sie für die Betrachter_innen radikal neu. Fred Sandback bricht mit der herkömmlichen Vorstellung von Skulptur und schafft mittels gespannter Fäden ein Volumen ohne Masse im Raum. Anthony McCall taucht unseren Körper in einen Lichtkegel, der im Nebel sichtbar wird. Beiden Künstlern gelingt es, Raum zu erschaffen ohne ihn zu bauen. Die zunehmende Verräumlichung der Kunst geht mit unserer Lebenspraxis einher, die sich sozial und kulturell durch neue räumliche Gegebenheiten (virtueller Raum, erweiterte Mobilität) stark verändert hat.

Die SAMMLUNG VERBUND wurde 2004 gegründet und hat in nur wenigen Jahren ein eigenständiges Profil entwickelt. Ihre beiden Themenbereiche sind die „Feministische Avantgarde der 1970er-Jahre“ sowie „Räume und Orte“. Viele der gezeigten Werke waren imMuseum der Moderne Salzburg am Mönchsberg erstmals in Österreich zu sehen. Jeden ersten Samstagim Monat lud dasMuseum der Moderne Salzburg zusammen mit VERBUND alle Besucher_innen beifreiem Eintritt in die Ausstellung ein und bot ein abwechslungsreiches Programm mit Führungen für Erwachsene und einem Workshop für Kinder.

  • open spaces | secret places
    Werke aus der SAMMLUNG VERBUND

  • Katalog zur gleichnamigen Ausstellung.
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CREDITS

Werke von Francis Alÿs, Eleanor Antin, Bernd und Hilla Becher, Ulla von Brandenburg, Tom Burr, Janet Cardiff / George Bures Miller, Ceal Floyer, Teresa Hubbard / Alexander Birchler, Joachim Koester, Louise Lawler, Gordon Matta-Clark, Anthony McCall, Ernesto Neto, Gabriel Orozco, Wilfredo Prieto, Fred Sandback, Jeff Wall, David Wojnarowicz

Direktor: Toni Stooss
Kurator_innen: Gabriele Schor, Kuratorin, Sammlung VERBUND, und Veit Ziegelmaier, Kurator, Museum der Moderne Salzburg

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