Mit Auf/Bruch startete 2017 eine Ausstellungsreihe zu Künstler_innen mit Exilhintergrund. Während im letzten Jahr die biografischen und künstlerischen Brüche von vier Künstlerinnen vorgestellt wurden, stehen heuer das Leben und Wirken von jüdischen Exilant_innen am Ort ihrer Zuflucht und die Nachwirkungen bei der Re-Emigration im Fokus. Die Werke der ausgewählten Künstler_innen decken wieder eine Vielfalt an Genres und Medien ab.

Wolfgang Paalen (1905 Wien, AT – 1959 Taxco, MX) gehörte dem Kreis der Surrealisten um André Breton in Paris an. Er ging 1939 ins Exil nach Mexico, wo er sein einflussreiches theoretisches Werk entwickelte, das er im Magazin DYN publizierte und weltweit vertrieb. Lili Réthi (1894 Wien, AT – 1971, US) arbeitete in Wien als Illustratorin für die Arbeiter-Zeitung, bevor sie sich auf die Zeichnung von Industriebauten spezialisierte. 1938 emigrierte sie nach New York und erhielt bis in die 1960er-Jahre Aufträge von Buchverlagen, die Bauphasen amerikanischer Prestigebauten zu dokumentieren. Lisette Model (1901 Wien, AT – 1983 New York, US) begann als Fotoamateurin in Paris. Auch sie emigrierte 1938 nach New York, wo sie sich mit dem Bild der Straße und gesellschaftlichen Außenseitern befasste. Als Professorin an der New School for Social Research prägte sie ab Mitte der 1950er-Jahre die dokumentarische Fotografie. Amos Vogel (1921 Wien, AT – 2012 New York, US) flüchtete nach dem „Anschluss“ zuerst nach Kuba, anschließend nach New York. Er studierte an der New School of Social Research und gründete 1947 den Filmclub Cinema 16, der sich zur einflussreichsten Film-Society der US-amerikanischen Filmgeschichte entwickelte. Valeska Gert (1892 Berlin, DE – 1978 Kampen, DE), berühmt für ihre Grotesktänze, und die Modefotografin Madame d’Ora (1881 Wien, AT – 1963 Frohnleiten, AT) kehrten 1947 aus dem Exil nach Europa zurück. Ihre Arbeiten lassen Rückschlüsse auf ihre Erlebnisse zu. Gert entwickelte in ihren Stücken und Texten Figuren wie die einer Konzentrationslager-Aufseherin. Madame d’Ora fotografierte in Salzburg Flüchtlingscamps und Trachten, die wie ihre Pariser Schlachthausbilder als düstere Sinnbilder der unmittelbaren Vergangenheit zu lesen sind.

CREDITS

Direktorin: Sabine Breitwieser
Kurator_innenteam: Christiane Kuhlmann, Kuratorin Fotografie und Medienkunst; mit Barbara Herzog, Assistenz Kuratorin, und Peter Schreiner, Kuratorischer Assistent, Museum der Moderne Salzburg

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