Wilhelm Thöny – Das Scrap Book

6.4.2020 | Von Lena Nievers, Sammlungsleiterin
Ausstellung

Von 1931 bis 1938 lebt der Künstler Wilhelm Thöny (1888 Graz, AT – 1949 New York, NY, US) mit seiner Lebensgefährtin und späteren Frau Thea in Paris. Von dort aus besuchen sie 1933 Theas Eltern in New Jersey. Als junger Student hat Thöny bei der Familie, die damals noch in München lebte, zur Untermiete gewohnt. Mit seinem Schwiegervater Frank S. Herrmann verbindet ihn ein äußerst herzliches Verhältnis. Nach der USA-Reise und bis zu seiner eigenen Ankunft in New York 1938 schreibt Thöny seinem Schwiegervater zahlreiche Briefe, in denen er von seinem Kunstschaffen und dem Pariser Alltag, den politischen Zuständen in Europa und interessanten Begegnungen berichtet. Häufig legt er diesen Briefen Skizzen zur Illustration bei. Diese 67 Blätter hat Frank Herrmann in einem Album – dem Scrap Book – gesammelt, das Thea Thöny dem Museum der Moderne Salzburg geschenkt hat.

Die Zeichnungen aus dem Scrap Book sind hinreißend in ihrem Humor und der Treffsicherheit der Beobachtungen. Sie verleihen dem Menschen hinter dem Künstler Wilhelm Thöny Kontur und zeigen dabei jemanden, der mit viel Witz und Selbstironie auf seine Lebensumstände blickt, der die Augen nicht vor der immer bedrohlicher werdenden politischen Lage verschließt und sich dennoch an Kleinigkeiten des Alltags, am Gesellschaftsleben in der Großstadt und der Beschaulichkeit der südfranzösischen Landschaft, in der die Thönys regelmäßig ihre Sommerfrische verbringen, freuen kann.

In loser Folge posten wir in nächster Zeit auf Facebook einige der Lieblingsblätter unserer Sammlungsleiterin - einfach reinschauen!

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