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Das Programm 2021

Die Ausstellungen im Museum der Moderne Salzburg greifen im Jahr 2021 fundamentale Themen auf und beleuchten sie anhand unterschiedlicher Positionen international arrivierter Künstler_innen.

Reisen und Unterwegssein, unser(e) Bild(er) von der Welt, die Analyse und Kritik von struktureller Gewalt und geschlechtsspezifischer Macht in unterschiedlichen Dimensionen, Rassismus, Sexismus, die stärkere Einbeziehung außereuropäischer Perspektiven, Grundfragen von Identität und Verortung – diese und andere fundamentale Themen greifen die Ausstellungen im Museum der Moderne Salzburg im Jahr 2021 auf und beleuchten sie anhand unterschiedlicher Positionen international arrivierter Künstler_innen.

Dem Reisen und dem künstlerischen Nomadentum widmen sich zwei Ausstellungen, die bereits Ende 2020 eröffnet wurden und die aufgrund der Covid-19-bedingten Schließungen des Museums pausieren mussten: Not Vital. IR ist die erste museale Einzelausstellung in Österreich dieses charismatischen Künstlers, der stark in seiner Engadiner Heimat verankert und zugleich auf allen Kontinenten unterwegs ist und damit lokale Identität mit globaler Erfahrung verbindet. „Mehrere Reisen auf unterschiedlichen Ebenen“, so beschreibt Fiona Tan ihre Ausstellung Mit der anderen Hand / With the other hand; es sind Reisen durch Raum und Zeit, durch gegenwärtige und historische Bilderwelten. Die Schau wurde bis 2. Mai 2021 verlängert.

Die Doppelausstellung Physiognomie der Macht, ebenfalls im Dezember eröffnet, stellt Arbeiten des deutschen Filmemachers Harun Farocki zur strukturellen Dimension von Macht jenen der feministischen Position der österreichischen Grafikerin und Malerin Florentina Pakosta gegenüber. Auch diese Ausstellung wurde verlängert und läuft nun bis 24. Mai 2021. Die seit Oktober 2020 laufende Marina-Faust-Retrospektive ermöglicht einen querschnittartigen Blick in ein vielfältiges Werk, das die Künstlerin zum Teil neu überarbeitete. Die zeitgleich eröffnete Ausstellung In Real Life zeigt künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Medium Fotobuch. Beide letztgenannten Ausstellungen sind nunmehr verlängert bis 5. April 2021 zu sehen.

„Diese Welt ist nicht mehr weiß und wird es nie mehr sein“, stellte der US-amerikanische Schriftsteller James Baldwin 1953 in seinem Essay Stranger in the Village fest. Die Ausstellung This World Is White No Longer präsentiert ausgehend von zentralen Werken der Sammlung Generali Foundation eine Auswahl signifikanter Positionen, die rassistische Denk- und Verhaltensmuster kritisch reflektieren und die Einfühlung in unterschiedliche Perspektiven als eine Methode der Dezentrierung des eigenen Blicks auf die Welt untersuchen. Zeitgleich ist im Generali Foundation Studienzentrum ein an diese Themenausstellung anknüpfendes Projekt der Klasse für Fotografie und Neue Medien an der Universität Mozarteum Salzburg zu sehen, in dem neue Arbeiten zu antirassistischen Diskursen entwickelt werden.

Die Ausstellung des britisch-nigerianischen Künstlers Yinka Shonibare CBE hatte das Museum der Moderne Salzburg ursprünglich für den Sommer 2020 geplant, dann aber aufgrund der Covid-19-Pandemie verschoben. Nun wird die Schau End of Empire im Sommer 2021 präsentiert. Shonibare ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Großbritanniens und eine zentrale Stimme der postkolonialen Diskussion. Seine Analyse des viktorianischen Lebensstils ist von ironischen Brechungen und politisch aufgeladenen Selbstinszenierungen, etwa als „Victorian Dandy“, gekennzeichnet. Shonibare versteht sich als postkolonialen Hybriden und beschäftigt sich intensiv mit kulturellen Identitäten, den kolonialen Verstrickungen des Britischen Empire mit dem „Rest der Welt“ und der Frage nach dem „Bild des Anderen“.

Der Fotograf und Sammler Christian Skrein besitzt eine der bedeutendsten und größten privaten Fotosammlungen von internationalem Format in Österreich. Sie umfasst Arbeiten vom 19. Jahrhundert bis in die 1980er-Jahre, sowohl anonyme Amateurfotografie als auch Werke bekannter internationaler Fotograf_innen. Die Ausstellung Tell Me What You See. Skrein Photo Collection bietet anhand von zwölf Kapiteln und einer Auswahl von über 300 Werken erstmals einen Überblick über die Bilder- und Themenvielfalt einer Sammlung, die in mehr als fünfzig Jahren zusammengetragen worden ist.

Zunächst als einer der führenden Pianisten und Interpreten zeitgenössischer Musik ab den 1950er-Jahren wahrgenommen, vollzog David Tudor in den 1960er-Jahren den Wandel zum Komponisten-Performer. Unter dem Titel Teasing Chaos. David Tudor präsentiert das Museum der Moderne Salzburg die erste umfassende Darstellung von Tudors Pionierleistung auf dem Gebiet der Live-Elektronik und seiner interdisziplinären Kollaborationen.

Die britische Künstlerin Ellen Harvey setzt sich in ihrem Werk mit Nostalgie, Ästhetik und dem Pittoresken auseinander. Häufig stellt sie traditionelles malerisches Vokabular, postmoderne Strategien der Appropriation und Methoden wie Kartierung, Pasticcio und Institutionskritik einander gegenüber. The Disappointed Tourist ist Harveys erste Einzelausstellung in Österreich, für die sie mehrere Wochen mitten in der Ausstellung ihr Atelier beziehen und den Besucher_innen der Salzburger Schau Gelegenheit zur Partizipation geben wird.

Mit Marion Kalter wird eine weitere zeitgenössische Künstlerin präsentiert. Kalter kann auf einen reichen Erfahrungsschatz als Fotografin wie gleichermaßen auf inspirierende künstlerische Begegnungen mit Menschen wie Gisèle Freund, Anaïs Nin, Nadia Boulanger, Susan Sontag, Gina Pane und Joan Mitchell zurückblicken. Die Ausstellung Deep Time zeichnet die künstlerisch-biografischen Stationen von Kalters Lebenswerk nach.

In Heimo Zobernigs Schaffen bilden Künstlerbücher, Kataloggestaltung und Grafikdesign einen zentralen Teil. Das Museum der Moderne Salzburg zeigt anhand von Beispielen aus Bibliothek, Archiv und Sammlung die Auseinandersetzung des österreichischen Künstlers mit den sprachlichen und visuellen Bedingungen des künstlerischen Publizierens (Heimo Zobernig. Das grafische Werk).

Gordon Matta-Clark war eine der wichtigsten gesellschaftskritischen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Er entwickelte ab den späten 1960er-Jahren Ansätze für eine fundamentale Kritik von Architektur. Nach 25 Jahren widmet sich die Generali Foundation am Museum der Moderne Salzburg, basierend auf einem dreiteiligen Forschungs- und Ausstellungsprojekt des Canadian Centre for Architecture Montréal und in Auseinandersetzung mit dem eigenen Archiv, erneut einer umfassenden Auseinandersetzung mit Matta-Clarks wegweisendem Werk.

Seit Sommer 2019 dienen unter dem Titel Kunst im Lift die Monitore des MönchsbergAufzugs dem Museum der Moderne Salzburg als erweitertes Ausstellungsfenster. In einem Rhythmus von drei Monaten werden Videos und Filmarbeiten international renommierter wie junger Künstler_innen gezeigt, die die Liftfahrt zum Kunsterlebnis werden lassen. Das Programm ist thematisch nicht nur an den laufenden Ausstellungen orientiert, sondern bietet 2021 ab Februar auch Einblicke in die Mediensammlung des Museums. Zu sehen sind Arbeiten von Peter Land, Carola Dertnig, Ferhat Özgür, Robert F. Hammerstiel und Kurt Kren.

„Unser Programm für das Jahr 2021 hat den Anspruch aktuelle Themen wie Gewalt, Identität, Rassismus, Postkolonialismus und unser Verhältnis zur Natur in den Blick zu nehmen. Das Denken des Anderen und die Einbeziehung außereuropäischer Perspektiven sind wichtige Voraussetzungen, damit unser eigenes Denken nicht im Vorgarten steckenbleibt. Kunst kennt keine Grenzen und die Aufgabe unseres Museums besteht unter anderem darin, Horizonterweiterungen zu ermöglichen. Wir wollen nicht belehren, sondern wir machen Angebote, wie Kunst zum Verständnis unserer Zeit beitragen kann“, kommentiert Museumsdirektor Thorsten Sadowsky die Vorschau auf das Jahr 2021.

 

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