Theater: Schwedenreiter

Premiere am 9. Oktober 2020 19.30 - 20.30 Uhr im

Rupertinum
Wiener-Philharmoniker-Gasse 9
5020, Salzburg

Theaterstück nach dem Roman von Hanna Sukare
Regie und Projektidee: Viktoria Pichler
Schauspiel: Bijan Zamani
Mit Musik von Steve Reich, Philip Glass und Nina Simone.

Paul Schwedenreiter ist eine fiktionale Figur aus dem fiktiven Ort Stumpf. Die dahinterliegende Geschichte jedoch verarbeitet reale Geschehnisse aus dem Salzburger Ort Goldegg: Paul ist ein Einzelgänger, der seit dem Tod seiner Lebensgefährtin die Last der Vergangenheit alleine trägt. Sein Großvater desertierte, weswegen seine Urgroßmutter ins KZ deportiert wurde. Nach dem Krieg wurde sie gedemütigt und blieb als sogenannte „Politische“ ohne finanzielle Unterstützung. Sein Großvater schämte sich den Rest seines Lebens, desertiert und überlebt zu haben. Die Ortsgemeinschaft will von der politischen Rehabilitierung der Deserteure nichts wissen und begegnet Pauls Ansuchen um eine solche mit Ignoranz, was ihn schließlich zum hartnäckigen Geschichtsrechercheur werden lässt.

Das Vorhaben, die veröffentlichte Ortschronik zu widerlegen, lässt ihn tief in den Werdegang des vorgeblichen Ortsretters, des sogenannten „Gebirgsjägers“, eintauchen: Die Täter-Opfer-Umkehr, die Frage nach Pflicht und Moral, die Frage nach unbedingtem gesellschaftlichen Gehorsam sind ebenso zeitlos wie brisant, schienen doch die nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in Verfassungsrang erhobenen Grund- und Freiheitsrechte zumindest kurzfristig und im Dienste der Bekämpfung der Corona-Pandemie zur Disposition zu stehen. Das Buch der Rauriser Literaturpreisträgerin Hanna Sukare sorgte 2018 nach seinem Erscheinen für einige Aufregungen.

Die Zuschauer*innen erwartet keine bloße Nacherzählung des Buches. Eine Inszenierung – also, etwas in Szene zu setzen – ist für Regisseurin Viktoria Pichler eine Abstraktion einer Situation, eines Vorganges, einer Geschichte. Die Geschichte hat ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten und bleibt vielleicht auch im Vagen, im Assoziativen. Sie ist keine Anklage, keine Belehrung, sie ist etwas zwischen den Welten, zwischen Gut und Böse, vielleicht etwas von einer anderen Welt? Vielleicht etwas, was in dieser Welt nicht sein darf?

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KONTAKT

Museum der Moderne Salzburg 
Mönchsberg 32 
5020 Salzburg, Austria 

Rupertinum 
Wiener-Philharmoniker-Gasse 9 
5020 Salzburg, Austria

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Di–So 10–18 Uhr 
Mi 10–20 Uhr 
Während der Festspiele zusätzlich
Mo 10–18 Uhr

+43 662 842220 
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