Die Sammlung Fotografie am Museum der Moderne Salzburg

Geschichte und Status Quo
Am Museum der Moderne Salzburg – vormals „Museum für moderne Kunst und Graphische Sammlung – Rupertinum“ – wird seit 1981 Fotografie gesammelt, zwei Jahre bevor das Museum offiziell in Salzburg eröffnet wurde. Unter der Schirmherrschaft des Museums und seines ersten Direktors Otto Breicha wurde Fotografie mit Mitteln des Landes Salzburg und des Bundes angekauft und Konvolute einzelner Künstler_innen wurden zum Teil aus beiden Budgets finanziert. Breicha, und später die langjährige Fotokuratorin Dr. Margit Zuckriegl, die beide viele Jahre im Fotobeirat des Bundes mitwirkten, prägten den Grundstock der beiden Sammlungen. Diese wurden seit ihrem Entstehen in Salzburg unter dem Begriff „Österreichische Fotogalerie“ verwaltet. Die umfangreichen Bestände fotografischer Werke im Besitz des Landes Salzburg und des österreichischen Bundesministeriums werden heute – dem internationalen Usus entsprechend – als „Sammlung Fotografie“ am Museum der Moderne Salzburg publiziert.

Seit der Gründung waren fünf Direktor_innen für die Sammlung verantwortlich: Otto Breicha (1980 bis 1997), der die Fotosammlung initiierte, Peter Weiermair (1998 bis 2001), Dr. Agnes Husslein-Arco (2001 bis 2005), die den Neubau des Museums auf dem Mönchsberg umsetzte, und Toni Stooss (2005 bis 2013), der die Sammlung Fotografis der Bank Austria als Dauerleihgabe holte. Fotokuratorin Margit Zuckriegl betreute die Fotosammlung von 1988 bis Anfang 2016 am Museum.

Unter der Direktion von Dr. Sabine Breitwieser (seit 2013) wurden Konzepte zur Neuprofilierung und Aufwertung des Museum der Moderne Salzburg als Kompetenzzentrum für Fotografie entwickelt und umgesetzt. Dazu zählen die Neubewertung der Sammlungen und deren fachgerechte Unterbringung in einem neuen Kunstdepot, das dem neuesten technischen Standard und den Richtlinien zur Konservierung von Fotografie entspricht. Seit Juni 2016 ist Dr. Christiane Kuhlmann als Kuratorin für die Sammlung Fotografie und Medienkunst am Museum der Moderne Salzburg tätig.

Umfang und Inhalt der Sammlung Fotografie
In der Sammlung Fotografie am Museum der Moderne Salzburg sind heute mehr als 22 000 Arbeiten inventarisiert. Diese umfassen die Bestände des Landes Salzburg (10 000) und der Fotosammlung des Bundes (12 000 fotografische Werke).

Die Fotosammlung am Museum der Moderne Salzburg ist in ihrer Gesamtheit ein nationales Bild- und Mediengedächtnis. Die Geschichte dieser Sammlung macht institutionelle Entwicklungen, Netzwerke der Protagonist_innen, politische Ziele, sowie die Förderung und öffentliche Wertschätzung von Fotograf_innen in Österreich und deren Selbstverständnis ablesbar. Die Sammlung hat den Charakter eines gewachsenen Archives, das von einer Vielzahl von Fachleuten zusammengestellt wurde. Über den Zeitraum von inzwischen 36 Jahren sind Werke und ganze Konvolute erworben worden, die es vergleichbar nirgendwo in Österreich gibt, auch nicht bei den Künstler_innen selbst.

Die Besonderheit der Sammlung Fotografie am Museum der Moderne Salzburg liegt einerseits in ihrem Umfang und andererseits in einer unvergleichbaren Vollständigkeit, mit der das zeitliche Spektrum von 1945 bis in die Gegenwart in der Verbindung der beiden Sammlungen von Land Salzburg und Bund abgedeckt wird.


Ziele des Museum der Moderne Salzburg für die Fotosammlung

1. Lagerung und Konservierung

  • Fotografien sind besonders heikle Medien und bedürfen spezieller Lagerung und konservatorischer Maßnahmen, damit diese auch den nächsten Generationen zur Verfügung stehen.
  • Mit dem Bezug des neuen Kunstdepots Ende 2017 verfügt das Museum der Moderne Salzburg über die besten und langfristigen Lagermöglichkeiten für Fotografie.
  • Depoteinheiten mit drei unterschiedlichen Klimazonen sorgen für eine konservatorisch adäquate getrennte Unterbringung von Medienkunst, Farb- und Schwarz-weiß-Fotografie.
  • Im neuen Kunstdepot wird die Lagerung der Werke an einem Standort vereint und vom Lagervolumen her optimiert.

2. Verwaltung und Zugänglichkeit

  • Das Museum der Moderne Salzburg arbeitet daran, die Inventarisierung der Sammlung auf einen internationalen wissenschaftlichen Standard zu bringen.
  • Damit einhergehend wird eine verbesserte Datenbank mit einer Schnittstelle zur Website entwickelt.
  • Diese Maßnahmen werden die Kommunikation der Sammlung deutlich verbessern und orts- und zeitunabhängige Studien der Sammlung ermöglichen.
  • Zur wissenschaftlichen Bearbeitung der Sammlung sind im neuen Kunstdepot mehrere Arbeitsplätze und zu Studienzwecken ein klimatisierter Vorlageraum für Gäste vorhanden.

3.Aktivitäten im In- und Ausland

  • Das Museum der Moderne Salzburg tritt als „Kompetenzzentrum für Fotografie“ auf. Es wird seine Sammlung Fotografie aktiv nach außen vertreten und sein Profil als wichtigster Standort für Fotografie von 1945 bis in die Gegenwart in Österreich ausbauen.
  • Am Museum der Moderne Salzburg ist ständig Fotografie in Ausstellungen zu sehen, insbesondere im Gebäude am Mönchsberg auf der Sammlungsebene.
  • Zusätzlich dazu werden in Sonderausstellungen und Publikationen die Entwicklungen und Netzwerke der Fotosammlung sowie Fragestellungen der jeweiligen Zeit erschlossen und dokumentiert.
  • Um die Wahrnehmung österreichischer Fotografie über die Landesgrenzen hinaus zu stärken, werden internationale Ausstellungskooperationen organisiert und Publikationen herausgegeben. Das bisherige Modell erfolgreicher Ausstellungsprojekte, die in Kooperation mit dem Bundeskanzleramt entwickelt wurden, wie Simultan (2006) oder Selbstauslöser (2014–2015) wird aktiv fortgeführt.
  • Seit vielen Jahren vergibt das Museum der Moderne Salzburg in Zweijahresabständen den Otto-Breicha-Fotopreis, der auch in Zukunft gesichert ist.
KONTAKT

Museum der Moderne Salzburg 
Mönchsberg 32 
5020 Salzburg, Austria 

Rupertinum 
Wiener-Philharmoniker-Gasse 9 
5020 Salzburg, Austria

Öffnungszeiten 
Di–So 10–18 Uhr 
Mi 10–20 Uhr 
Während der Festspiele zusätzlich
Mo 10–18 Uhr

+43 662 842220 
info@mdmsalzburg.at
museumdermoderne.at