Schwerpunkte

Innerhalb der Bestände des Museum der Moderne Salzburg nehmen Arbeiten auf Papier, insbesondere moderne Grafik einen hohen Stellenwert ein. Dazu wird seit den Gründungsjahren des Museums Anfang der 1980er-Jahre eine Sammlung österreichischer Fotografie der Nachkriegszeit kontinuierlich aufgebaut.

Aus der Zeit der Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert sind 13 der 14 Mappenwerken von Max Klinger, einige wichtige Zeichnungen von Gustav Klimt und Egon Schiele sowie ein 450 Blätter umfassendes Konvolut von Alfred Kubin vertreten. Werke sowohl des frühen deutschen und österreichischen Expressionismus als auch des Neoexpressionismus der 1980er-Jahre bilden einen weiteren Fokus. Im Bestand befindet sich auch das nahezu vollständige druckgrafische Werk von Oskar Kokoschka mit gesamt 550 Blättern. Eine spezifisch österreichische Variante des expressiven Realismus der 1960er- bis 1980er-Jahre dokumentiert das rund 300 Werke umfassende Konvolut von Werken von Georg Eisler.

Wichtige Positionen der österreichischen Gegenwartskunst wie von Erwin Wurm oder Heimo Zobernig haben ebenso Eingang in die Sammlung gefunden. In den letzten Jahren konnten diese durch Ankäufe von größeren Werken und Werkgruppen beispielsweise von Kader Attia, Andrea Geyer, Renée Green, Nilbar Güres, Dorit Margreiter oder Paulina Olowska international ausgebaut werden – Künstler_innen, die sich durch eine kritisch-reflexive Auseinandersetzung mit Kunst auszeichnen.

Das Museum der Moderne Salzburg tritt als das Kompetenzzentrum für österreichische Fotografie nach 1945 auf und ist für umfangreiche Bestände der hauseigenen Sammlung sowie der Fotosammlung des österreichischen Bundes verantwortlich, die dem Museum seit vielen Jahren anvertraut sind. Zu den prominenten frühen Beispielen gehören Fotoarbeiten von Inge Morath, Ernst Haas und Franz Hubmann. Der Wiener Aktionismus mit Günther Brus, Otto Muehl, Hermann Nitsch und Rudolf Schwarzkogler bildet einen Themenkomplex der 1960er-Jahre. Arbeiten von Renate Bertlmann, VALIE EXPORT oder Friederike Pezold eröffnen feministische Perspektiven dieser Zeit. Für den Zeitraum ab Mitte der 1970er-Jahre verfügt das Museum der Moderne Salzburg über umfassende Serien von Künstler_innen der sogenannten Autorenfotografie wie Elfriede Mejchiar, Michaela Moscouw, Cora Pongracz und der Architekturfotografin Margherita Spiluttini. Neben dem Nachlass von Kurt Talos befinden sich umfangreiche Konvolute von Heinz Cibulka, Seiichi Furuya, Leo Kandl, Günther Selichar, Ingeborg Strobl und Manfred Willmann in der Sammlung. Daneben finden sich Künstler_innen die im Sinne der bildanalytischen Fotografie, die Fotografie im Medium selbst untersuchen. Sie hinterfragen die Bezüge von Bild und Wirklichkeit und die Ausdrucksmöglichkeiten der Fotografie wie Horáková + Maurer, Michael Schuster und Herwig Kempinger. Die Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie durch die jüngere Generation von Künstler_innen ist durch Werke von Kathi Hofer, Paul Kranzler, Tatiana Lecomte Marko Lulić, Andrew Phelps oder Isa Rosenberger vertreten.

Die Sammlung Generali Foundation zeichnet sich durch umfangreiche Werkblöcke international renommierter Künstler_innen aus und umspannt einen Zeitraum von Ende der 1950er-Jahre bis in die Gegenwart, wobei experimentelle Kunst der 1960er- und 1970er-Jahre den Schwerpunkt formt. Ausgangspunkt bilden Werkgruppen von wichtigen Protagonisten der Skulptur der Nachkriegszeit in Österreich, darunter Bruno Gironcoli, Roland Goeschl, Hans Hollein und Walter Pichler, inklusive der nachfolgenden Generation mit Franz West oder Heimo Zobernig. Das Werk der Medienkünstlerin VALIE EXPORT bildet mit einer Vielzahl ihrer feministisch-aktionistischen und Expanded-Cinema-Arbeiten, darunter dem legendären TAPP- und TASTKINO (1968) einen Höhepunkt der Sammlung. Konzentrierte sich die Sammeltätigkeit anfangs auf das Schaffen österreichischer Künstler_innen, wurde diese bald auf internationale Künstler_innen und auf thematische Schwerpunkte verlagert. Einen großen Sammlungskomplex bilden künstlerische Arbeiten, die Themen zu Architektur und Design einbeziehen, von Künstler_innen wie Isa Genzken, Dan Graham, Edward Krasiński, Gordon Matta-Clark oder Gustav Metzger und in der jüngeren Generation von Dorit Margreiter, Mathias Poledna, Marjetica Potrc oder Florian Pumhösl. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Werke von Künstlerinnen wie Simone Forti, Sanja Ivekovic, Mary Kelly, Adrian Piper, Martha Rosler oder Carolee Schneemann, die feministische und medienkritische Inhalte, zum Teil in auf Performance basierender Form thematisieren. Werke von Künstler_innen, die sich mit der Rolle der elektronischen Medien oder mit Sprache bzw. Schrift kritisch auseinandersetzen, bilden generell einen Schwerpunkt, darunter von Gottfried Bechtold, Ernst Caramelle, Harun Farocki, Morgan Fisher, Richard Kriesche, Friedl Kubelka, David Lamelas, Gerhard Rühm, Allan Sekula oder Peter Weibel. In der Sammlung Generali Foundation treffen Werkgruppen von institutionskritischen Künstler_innen wie Hans Haacke oder Goran Trbuljak auf die jüngere Generation mit Alice Creischer/Andreas Siekmann, Maria Eichhorn oder Andrea Fraser.

KONTAKT

Museum der Moderne Salzburg 
Mönchsberg 32 
5020 Salzburg, Austria 

Rupertinum 
Wiener-Philharmoniker-Gasse 9 
5020 Salzburg, Austria

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Di–So 10–18 Uhr 
Mi 10–20 Uhr 
Während der Festspiele zusätzlich
Mo 10–18 Uhr

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