Kunst–Musik–Tanz

Staging the Derra de Moroda Dance Archives

Mit neuen Arbeiten von Jonathan Burrows, Philipp Gehmacher, Andrea Geyer, Ulrike Lienbacher, Kelly Nipper, Paulina Olowska, Lia Perjovschi, Eszter Salamon, Ania Soliman, Sergei Tcherepnin

19. März bis 3. Juli 2016

Ausgangspunkt dieser Ausstellung sind die Derra de Moroda Dance Archives, die sich seit 1978 an der Universität Salzburg befinden. In diesem einzigartigen interdisziplinären Projekt dienen die Bestände des Archivs als Folie für eine künstlerische Reflexion auf die facettenreiche Tanzkultur der 1920er- und 1930er-Jahre sowie auf Tanz und seinen Stellenwert im Kunstmuseum. Das kreative Spannungsfeld zwischen klassischem Tanz und Ausdruckstanz, zwischen theatralischen, ethnischen und sozialen Tanzformen, schlägt sich in der Suche nach neuen medialen Vermittlungsweisen des Tanzgeschehens nieder. Das Museum der Moderne Salzburg tritt erstmals in größerem Stil als Auftraggeber von Kunstwerken auf, die zu diesem Anlass eigens produziert wurden. In der Ausstellung wird somit eine Verbindung zwischen der sogenannten (Tanz-)Moderne und der Kunst der Gegenwart hergestellt.

Das Archiv ist nach seiner Gründerin Friderica Derra de Moroda (1897 Pressburg/Bratislava – 1978 Salzburg) benannt, die in der Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts als Künstlerin, Pädagogin, Choreografin, Forscherin und Sammlerin eine bedeutende Rolle einnimmt. Derra de Moroda hat bereits Anfang der 1920er-Jahre zunächst in London begonnen, systematisch Dokumente verschiedenster Art zu Tanz zu sammeln und damit ihr Archiv als eine der ersten Einrichtungen dieser Art in Europa begründet. Die umfangreichen Bestände umfassen heute Veröffentlichungen zum Tanz und verwandten Bereichen aus sechs Jahrhunderten.

Konzipiert wie zwei ineinandergreifende Ausstellungen, präsentiert die Schau in fünf Räumen Schwerpunkte des Archivs und in sich dazwischen öffnenden Zonen Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die hier ihre Premiere haben. Das Archiv wird in vier thematischen Schwerpunkten erschlossen: Tänze anderswo, Bewegung schreiben, Korrespondenzen sowie Entwürfe des modernen Tanzes. Ein fünfter Raum ist Derra de Moroda selbst gewidmet. Im Ausstellungsparcours treffen die aufbereiteten Inhalte des Archivs mit davon inspirierten Werken von zehn zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern aus sechs Ländern zusammen. Die Spannbreite der Medien der zeitgenössischen Werke reicht von Malerei, Zeichnung und Collage über Video- und Soundinstallation bis hin zu Performance-Kunst.

Die Ausstellung wurde in Kooperation mit der Universität Salzburg, Tanzwissenschaft organisiert.

Projektleitung: Sabine Breitwieser                                                                                                    Projektpartnerinnen: Irene Brandenburg, Nicole Haitzinger, Claudia Jeschke, Universität Salzburg, Tanzwissenschaften                                                                                                                                     Kuratorische Assistentinnen: Andrea Lehner, Verena Österreicher                                              Ausstellungsarchitektur und Gestaltung der Archivräume: Kuehn Malvezzi