Philipp Gehmachers Interesse besteht darin, eine raumgreifende skulpturale Arbeit zu seinem Konzept bzw. seiner Utopie des Grauraums zu gestalten. Der Grauraum dient als Modell für ein Dazwischen, für einen Raum zwischen den Ausprägungen der Präsentationsräume der darstellenden (Black Box) und bildenden (White Cube) Kunst. Beide Räume versuchen, „Ablenkung“ zu vermeiden, und haben sich dafür das Schwarz als Nichts oder die Farbe Weiß als „sublimen“ Sockel und Rahmung gewählt. Die nun präsentierte Arbeit besteht aus zwei unterschiedlichen Bahnen von Tanzboden, von denen eine gebraucht ist, ein Readymade, und eine neuwertig gestaltet, und die, ihre gewohnte Horizontalität verlassend, an den Wänden hochgezogen wurden und in ihrer Faltung auf sich selbst verweisen. Das zweiseitige Material des Tanzbodens lässt in dieser Faltung die drei angesprochenen Temperaturen Schwarz, Weiß und Grau erscheinen und wird jenseits seiner Konvention einer funktionalen Oberflächennutzung als eigenständiges Objekt sichtbar gemacht. Die grafische Anmutung der Arbeit erlaubt Assoziationen zu Bereichen des Modernismus oder zur Suche nach Abstraktion im frühen 20. Jahrhundert.

Ausstellungsansicht Kunst-Musik-Tanz. Staging the Derra de Moroda Archives. Museum der Moderne Salzburg, Salzburg 2016. Foto: Rainer Iglar