Ana Mendieta: Untitled (Glass on Body Imprints), 1972, Suite of six colour photographs, estate prints, 65 x 48 x 2,3 cm; Untitled (Body Tracks), 1974, Colour photograph, lifetime print, 25,4 x 20,3 cm, Collection Igor DaCosta; Untitled (Facial Hair Transplant), 1972, Suite of seven colour photographs, estate prints 1997, 32,4 x 48,9 cm; alle: © The Estate of Ana Mendieta Collection, L.L.C. Courtesy Galerie Lelong, New York and Paris and Alison Jacques Gallery, London

Ana Mendieta. Traces

Ana Mendieta zählt zu den bedeutendsten und einflussreichsten Künstlerinnen unserer Zeit. Sie wurde 1948 in Kuba geboren und im Alter von zwölf Jahren von ihren Eltern gemeinsam mit ihrer Schwester in die USA geschickt, um dort aufzuwachsen. Sie kam 1985, mit erst 36 Jahren, in New York ums Leben. Ihr bahnbrechendes Werk wurde in großen Retrospektiven in den USA und Europa gewürdigt und ist in Sammlungen wichtiger Museen vertreten. Eine umfassende Ausstellung im deutschsprachigen Raum, insbesondere in Österreich, und die erste deutsche Monografie über Ana Mendieta sind längst überfällig. Die Ausstellung präsentiert mit rund 150 zentralen Arbeiten in einer Vielzahl von Medien, die von Fotografie, Film und Skulptur bis zur Zeichnung reichen, einen umfangreichen Überblick. In einer großen Sektion wird das Archiv der Künstlerin präsentiert; Kleinbilddias und Fotografien, Notizbücher und Postkarten werden eigens für die Ausstellung aufbereitet. 

Ana Mendieta widmete ihre Arbeit der Suche nach ihrer Herkunft und Identität. Im Laufe ihrer kurzen Karriere – und ihres ebenso kurzen Lebens – schuf die Künstlerin ein radikales wie originelles Werk, in dem sich ihr Interesse an der Wechselbeziehung zwischen Ritualen und Skulptur, zwischen Körper und Natur manifestiert. Unter Einsatz ihres eigenen Körpers in Verbindung mit elementaren Materialien wie Blut, Feuer, Erde und Wasser kreiert sie „Körperbilder“ und vergängliche „Erdkörper“-Skulpturen. Mendieta lotet darin Themenkomplexe wie Leben und Tod, Wiedergeburt und spirituelle Transformation aus. Der Schmerz und Bruch durch kulturelle Vertreibung und Exil sind in einigen ihrer Werke deutlich lesbar. Die Umrisse des Körpers der Künstlerin werden beispielsweise durch Schwarzpulver, Feuerwerk oder Wasser ausgelöscht. Mendieta formt Darstellungen von antiken Göttinnen aus Sand, ritzt sie in Felsen, schreibt sie in Ton oder auf Blättern ein. Die künstlerischen Medien, die sich Mendieta in ihren Arbeiten zunutze macht, könnten unterschiedlicher nicht sein, aber die Bilder, die sie herstellt, sind von einer unverwechselbaren, überwältigenden und mystischen Poetik gekennzeichnet. 

Die Ausstellung wird organisiert vom Museum der Moderne Salzburg in Kooperation mit der Hayward Gallery, London, wo Ana Mendieta. Traces vom 24.9. bis 15.12.2013 gezeigt wurde.

Kuratorinnen: Stephanie Rosenthal, Leitende Kuratorin Hayward Gallery, und Sabine Breitwieser, Direktorin, mit Tina Teufel, Kuratorin, Museum der Moderne Salzburg
Ausstellungsarchitektur: Kuehn Malvezzi, Berlin
Es erscheint ein Katalog im Verlag Hayward Publishing, London (englische Ausgabe) und im Hatje Cantz Verlag, Ostfildern (deutsche Ausgabe).

Am 29. März 2014 findet ein Symposium mit Vorträgen und Podiumsdiskussionen statt.


Dienstag - Sonntag: 
10.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch:
10.00 - 20.00 Uhr
Montag: geschlossen