Grete Stern, <i>Sueno Nr. 28 Buenos Aires</i>, 1951 © Courtesy Museum Folkwang; Friedl Dicker-Brandeis / Franz Singer, <i>Halle im Haupthaus Heriot</i>, 1933; Bleistift, Buntstift, Tempera auf Karton, Georg Schrom, Wien; Elly Niebuhr, Mode Gerngross, Neusiedlersee, 1974, Chromogener Abzug © Universität für angewandte Kunst Wien, Kunstsammlung und Archiv

Auf/Bruch

Vier Künstlerinnen im Exil

Das Museum der Moderne Salzburg startet eine Reihe über Künstler_innen mit Exilhintergrund, die durch dieses Projekt wiederentdeckt und neu positioniert werden. Unter dem Titel Auf/Bruch werden in der ersten Ausstellung Ellen Auerbach, Grete Stern, Friedl Dicker-Brandeis und Elly Niebuhr vorgestellt. Nachdem die vier Künstlerinnen sich in ihren jeweiligen Disziplinen professionalisiert hatten, wurden sie durch die Emigration zu beruflichen und persönlichen Neuanfängen gezwungen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie im Bereich der Gestaltung tätig waren. In der Ausstellung sind rund 200 Werke zu sehen, die verdeutlichen, wie unterschiedlich der Auf/Bruch ins bzw. im Exil bewältigt wurde.

Das Fotografinnen-Duo ringl+pit, bestehend aus Grete Stern (1904 Elberfeld, DE – 1999 Buenos Aires, AR) und Ellen Auerbach (1906 Karlsruhe, DE – 2004 New York, US) gründete 1929 ein gemeinsames Reklamestudio in Berlin. In der Weimarer Republik waren Frauen als Fotografinnen mit professionellen Ateliers keine Seltenheit. Das Besondere an ringl+pit war ihre künstlerische Zusammenarbeit, bei der sie einander perfekt ergänzten. Beide Künstlerinnen gingen 1933 ins Exil, Auerbach nach New York, Stern nach Buenos Aires. Dort waren sie jeweils auf sich allein gestellt und entwickelten neue Arbeitsformen, um zu überleben.

Friedl Dicker-Brandeis (1898 Wien, AT – 1944 Auschwitz, PL) wurde an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt und der Kunstgewerbeschule in Wien sowie am Bauhaus in Weimar vielseitig ausgebildet. Ab 1923 betrieb sie mit Franz Singer ein Atelier in Berlin und Wien, das sich auf (Innen-)Architektur spezialisierte und sehr erfolgreich war. 1934 floh sie nach Prag und wandte sich der realistischen Malerei und dem Kunstunterricht für Kinder zu. Ihre letzten Arbeiten entstanden im Konzentrationslager Theresienstadt.

Elly Niebuhr (1914 – 2013 Wien, AT) absolvierte eine Lehre als Schnittzeichnerin in einem Miedersalon, studierte Chemie und begann 1936 eine Ausbildung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt und im Fotostudio Hella Katz. Sie fotografierte die sozialen Einrichtungen des Roten Wien und auf der Straße. 1940 emigrierte sie nach New York und wurde nach ihrer Rückkehr nach Österreich 1947 zu einer der bekanntesten Wiener Modefotografinnen.

Kuratorinnen: Christiane Kuhlmann, Kuratorin Fotografie und Medienkunst; Beatrice von Bormann, Kuratorin, Stedelijk Museum, Amsterdam, mit Barbara Herzog, Kuratorische Assistentin

Zur Ausstellungsreihe erscheint abschließend eine Publikation.


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Montag: geschlossen