Franz West, <i>Revision I und II</i>, 1990, Installationsansicht des österreichischen Pavillons auf der 44. Biennale von Venedig 1990, © Sammlung Generali Foundation – Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg, Foto: Wolfgang Wössner; Heimo Zobernig, <i>Ohne Titel</i>, 2000, © Sammlung Generali Foundation – Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg / © Bildrecht, Wien, 2015 Foto: Werner Kaligofsky; Herbert Bayer, <i>Metamorphose</i>, 1936, Museum der Moderne Salzburg, © Bildrecht, Wien, 2015, Foto: Rainer Iglar

Dinge bewegen

Sammlungen im Dialog

Unter dem Leitmotiv Dinge bewegen werden in der neuen Sammlungspräsentation erneut Arbeiten aus der Sammlung Generali Foundation, Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg, im Dialog mit museumseigenen Werken und anderen dem Museum anvertrauten Kollektionen, wie der Sammlung FOTOGRAFIS Bank Austria sowie Gemälden aus der Sammlung MAP, präsentiert.

Geraten Dinge in Bewegung, stellen sich Veränderungen ein. Dinge, die im buchstäblichen Sinne die Position wechseln, ziehen Aufmerksamkeit auf sich, bewirken mitunter Irritation. Mit dem Einzug der Dinge in die Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Frage, was Kunst ist, was sie ausmacht und wo die Grenze zur Nicht-Kunst verläuft, neu verhandelt. Heute finden Alltagsgegenstände in künstlerischen Arbeiten Verwendung, Möbel werden zu (Sitz-)Skulpturen erklärt, ebenso tauchen Gegenstände mit hohem Identifikationscharakter in Werken auf.

Dinge erweisen sich oft als unverzichtbare, aber unauffällige Begleiter im Alltag. Daher bleibt ihr Einfluss auf unsere Lebensweise meist unreflektiert. In der Kunst dagegen ist die Beziehung zwischen Dingen und dem menschlichen Wahrnehmungsapparat von besonderem Interesse. Der Körper wird darin zum skulpturalen Material oder zum Formgeber. Umgekehrt widmen sich künstlerische Praktiken der Dinghaftigkeit von Kunstwerken gerade im Verhältnis zum menschlichen Körper. Ähnlich religiösen Kultgegenständen und Reliquien, denen in früheren Zeiten und in unterschiedlichen Gesellschaftsformen eine magische Wirkung zuge- sprochen wurde, provozieren manche Kunstwerke durch ihre haptischen Oberflächen geradezu eine Berührung. Andere Arbeiten gehen noch einen Schritt weiter: Sie thematisieren politische Umbrüche und sozialen Wandel, und bringen so in der Kunst einen Stein ins Rollen, dem durchaus das Potenzial zukommt, einschneidende gesellschaftliche Umwälzungen herbeizuführen.

Mit Dingen sind in der Kunst sowohl phänomenologische und kunsttheoretische als auch sozialgeschichtliche Fragestellungen verknüpft. Welchen Umgang pflegen Künstlerinnen und Künstler mit Dingen? Wie kommt es, dass Alltagsgegenstände gegenüber Skulpturen und Objekten in der Kunst einen so hohen Status einnehmen? Wie vermitteln Dinge soziale Beziehungen? Welche Rolle spielt die Gestaltung von Dingen für unsere Gesellschaft? Im Feld dieser Fragen und semantischen Mehrdeutigkeiten geht die Ausstellung den Dingen in der Kunst vom 19. bis zum 21. Jahrhundert nach. Im Fokus stehen dabei sowohl traditionelle Medien wie Druckgrafik, Malerei und Skulptur als auch Fotografie und Konzeptkunst sowie Film, Video und Hologramm.

Mit Werken von Kader Attia, Herbert Bayer, Arthur Benda, Ladislav Berka, Marcel Broodthaers, Max Ernst, Günther Förg, Simone Forti, Seiichi Furuya, Rainer Ganahl, Isa Genzken, Bruno Gironcoli, Dan Graham, Ulrike Grossarth, Joachim Koester, Jarosław Kozłowski, Heinz Loew, Édouard Manet, Anja Manfredi, Dóra Mauer, Bruce Nauman, Paul Outerbridge, Sigmar Polke, Florian Pumhösl, Albert Renger-Patzsch, Dieter Roth, Franz West, Heimo Zobernig

Kurator_innen: Jürgen Dehm, Kurator Studienareal Generali Foundation; Petra Reichensperger, Kuratorin Sammlung Generali Foundation; Margit Zuckriegl, Kuratorin und Sabine Breitwieser, Direktorin, Museum der Moderne Salzburg



In ihren an der Schnittstelle zwischen Skulptur und Performance angesiedelten Dance Constructions (1960/1961) untersucht Simone Forti die Beziehung von Objekt und Körper im Wechselspiel mit mentalen Abläufen und Sprache. Forti selbst sowie Studierende der Salzburg Experimental Academy of Dance (SEAD) führten unter der Leitung der Künstlerin die Dance Constructions und andere Performances im Rahmen der Ausstellung Simone Forti. Mit dem Körper denken am Museum der Moderne Salzburg (18.7 – 9.11.2014) auf. Zusammen mit Videos, Zeichnungen sowie dem Hologramm Huddle ist die Video-dokumentation noch bis zum 10. April 2016 in der Ausstellung Dinge bewegen. Sammlungen im Dialog am Museum der Moderne Salzburg zu  sehen.
© Museum der Moderne Salzburg
© Werner Kaligofsky


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