Nobuyoshi Araki, aus der Serie PaINting, 2010, Acryl auf s/w-Fotografie, © Courtesy Galerie Bob van Orsouw, Zürich

nAcKT. Newton & Araki

Werke aus der Sammlung MAP und Leihgaben

Unter dem Titel nAcKT zeigt das MdM MÖNCHSBERG eine Werkschau mit über 100 ausgewählten Fotografien von Helmut Newton (1920-2004) und Nobuyoshi Araki (*1940). Beide international renommierte Künstler haben sich in intensiver und unterschiedlicher Weise mit der Aktdarstellung des weiblichen Körpers auch vor dem Hintergrund ihrer Zeit und des jeweiligen Kulturkreises auseinandergesetzt. Sie eint nicht zuletzt die Tatsache, dass ihr ästhetisches und einflussreiches Werk gleichermaßen gefeiert, wie aufgrund der mitunter lasziven und provokanten Darstellung kontrovers diskutiert wurde.

Die Bestände der Dauerleihgabe der Sammlung MAP ermöglichen einen faszinierenden und vielseitigen Einblick in das fotografische Schaffen von Helmut Newton, dessen Bildsprache über Jahre das Modemagazin Vogue prägte. Gezeigt werden Arbeiten aus vier Jahrzehnten, darunter Werke aus den bekannten Serien der Big Nudes, Domestic Nudes und Cyberwomen bis hin zu frühen Polaroidfotografien, die dem Fotografen als Vorstudien dienten und spannungsreiche Eindrücke und Variationen auf der Suche nach der perfekten Aufnahme vermitteln. In seinen auch für die Ästhetik der Modefotografie wegweisenden Aktdarstellungen inszeniert Newton seine weiblichen Models im Studio, in Interieurs oder dem urbanen Umfeld in kühler Distanz als selbstbewusste, herausfordernd starke erotische Frauen, die ebenso begehren wie begehrenswert sind.

Neben den umfangreichen Beständen zu Newton verfügt die Sammlung MAP über ein Konvolut an Arbeiten von Nobuyoshi Araki, die spontane, unverstellte und reichlich intime Szenen aus dem japanischen Alltag des Künstlers vorstellen. Ergänzend hierzu präsentiert das MdM MÖNCHSBERG für die Dauer der Ausstellung eine Leihgabe von 40 Arbeiten Arakis aus seiner aktuellen Werkserie PaINting von 2010. In häuslichen Interieurs zeigt Araki posierende Frauenakte, die nach der traditionellen japanischen Kunstform Kinbaku, welche Elemente aus der Kunst der Verpackung und des Blumensteckens vereint, mit einem Seil verschnürt wurden. Er erweiterte diese Fotografien nachträglich um das Medium der Malerei, indem er sie mit gestisch-abstrakten, bunten Farbspuren versah, die sich als ästhetische Metapher der weiblichen Anziehungskraft interpretieren lassen und erotische Konnotationen nahelegen.

Hinweis: Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass die in der Ausstellung gezeigten Werke Ihr moralisches Empfinden verletzen könnten und daher Eltern für ihre Kinder Sorge tragen.


Dienstag - Sonntag: 
10.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch:
10.00 - 20.00 Uhr
Montag: geschlossen