Alle: Manfred Willmann, Ohne Titel, 1981-1989, aus der Serie <i>"Das Land"</i>, Cibachrome, Fotopapier, Sammlung Museum der Moderne Salzburg

Österreich

Fotografie 1970-2000

Wie sieht Österreich im Brennpunkt der heimischen Linse aus? Seit den 1970er-Jahren befragen Fotograf_innen in Österreich verstärkt das eigene Land, seine kulturellen Identitäten, sozialen Milieus und Traditionen. Es entwickelten sich vielfältige fotografische Strategien, inszenierte Tableaus sowie Auseinandersetzungen mit dem Medium selbst, die als charakteristisch für die Zeit zwischen 1970 und 2000 gelten. Es ist ein Blick nach innen, der anhand der einander gegenübergestellten Werke von 24 Künstler_innen präsentiert wird.

Innerhalb der österreichischen Fotografie markieren die 1970er-Jahre einen Aufbruch in unterschiedliche Richtungen. Die Fotograf_innen mussten sich ihre künstlerischen und methodischen Herangehensweisen unter schwierigen Umständen erarbeiten, denn Bezugspersonen und theoretische Diskurse boten nur vereinzelt Anknüpfungspunkte. Auch eine institutionelle Infrastruktur, die eine elaborierte künstlerische Auseinandersetzung erlaubt hätte, war zunächst kaum existent. Erst in den 1980er-Jahren veränderte sich diese schwierige Situation langsam. Wie bei einer Spurensuche werden Aspekte des Verschwindens von gesellschaftlichen und architektonischen Strukturen festgehalten. Künstler wie Heinz Cibulka, Nikolaus Walter und Manfred Willmann fotografieren in ihrem direkten Lebensumfeld. Elfriede Mejchar und Johannes Faber nähern sich ihrem Gegenstand aus der Distanz. Das nationalsozialistische Erbe ist Thema bei Heimrad Bäcker und Helmut Kandl, während Günther Selichar und Gottfried Bechtold die Möglichkeiten des Mediums selbst untersuchen. Alle Werke zeugen von einer direkten Auseinandersetzung mit der Vorstellung von Heimat - ein Begriff, der bis heute aufgrund seiner Geschichte und Subjektivität nur schwer fassbar ist. Ausgehend vom Dokumentarischen entwickeln die Fotograf_innen hierzu unterschiedliche Arbeitsweisen. Die Konzeption von Langzeitprojekten in umfassendenWerkgruppen ist hierfür ebenso beispielhaft wie die Beschäftigung mit fotografischen Repräsentationsformen.

Werke von Heimrad Bäcker, Gottfried Bechtold / Heinz Schmidt, Heinz Cibulka, Peter Dressler, VALIE EXPORT, Johannes Faber, Bernhard Fuchs, Seiichi Furuya, Robert F. Hammerstiel, Bodo Hell, Helmut Kandl, Leo Kandl, Friedl Kubelka, Branko Lenart, Elfriede Mejchar, Lisl Ponger, Gerhard Roth, Günther Selichar, Loredana Selichar, Miachel Schuster / Norbert Brunner, Nikolaus Walter, Manfred Willmann

Eine Kooperation mit der Albertina, Wien, und dem Bundeskanzleramt
Zur Ausstellung erschien eine Publikation der Albertina, Wien

Gastkurator: Walter Moser, Kurator, Albertina, Wien
Kuratorin: Christiane Kuhlmann, Kuratorin Fotografie und Medienkunst; mit Andrea Lehner-Hagwood, Kuratorische Assistentin, Museum der Moderne Salzburg

Fotowettbewerb zu Tag der Österreich. Fotografie


Dienstag - Sonntag: 
10.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch:
10.00 - 20.00 Uhr
Montag: geschlossen