Simone Forti: Illumination Drawing with Red Vegetable Stamp, Graphite, 1972, ink, and vegetable stamp on vellum, 28 x 22 cm, © Simone Forti, Courtesy The Box Gallery 2014; Huddle, 1960, performed at the Hammer Museum, Los Angeles, 2013, © Sally Stein, 2014; See-Saw, 1960, performed in conjunction with the exhibition "Sounding" at The Box Gallery, Los Angeles, 2011

Simone Forti.

Mit dem Körper denken: Eine Retrospektive in Bewegung

„Mich interessiert, was wir durch unsere Körper über die Dinge wissen“, sagt Simone Forti, die 1935 in Florenz (Italien) geboren wurde und seit 1938, mit langen Aufenthalten in New York und an anderen Orten, in Los Angeles (USA) lebt. Mit dieser Ausstellung wird die erste umfassende Rückschau auf das bahnbrechende Werk dieser einflussreichen Künstlerin, Choreografin, Tänzerin und Schriftstellerin präsentiert. Neben zahlreichen Performances, wovon viele live zur Aufführung kommen, eröffnen Skulpturen, Zeichnungen, Arbeiten mit Hologrammen und mit Klang sowie Videos ein überraschend breites künstlerisches Spektrum. Forti gilt als Schlüsselfigur des postmodernen Tanzes und als Wegbereiterin der Minimal Art. Sie selbst beschreibt sich gern als „Bewegungskünstlerin“.

Unter ihren Mentoren Anna Halprin und dem John Cage Schüler Robert Dunn hat sich Simone Forti intensiv mit körperlicher Wahrnehmung und Komposition auseinandergesetzt und sich dem Experiment und der Improvisation verschrieben. Die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern, u.a. mit Musikern wie Charlemagne Palestine und Peter Van Riper, zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Arbeit. In den frühen 1960er-Jahren revolutionierte Simone Forti, gemeinsam mit Steve Paxton und Yvonne Rainer, die Vorstellung von Tanz und Performance-Kunst mit aus dem Alltag entnommenen Bewegungen. In Huddle, einer ihrer populärsten Arbeiten, bildet eine Menschengruppe eine Skulptur, in der gebündelte Kräfte wirksam werden. Zu ihren bekanntesten Werken zählen minimale Objekte aus einfachen Materialien, die berühmten Dance Constructions (1960-61), die erstmals in New York aufgeführt wurden. In den späten 1960er-Jahren begann Forti, die damals in Rom in der Nähe des Zoos lebte, aus den Bewegungen von Tieren Performances zu entwickeln. In ihren jüngsten Arbeiten, den News Animations, führt sie gesprochene Worte in ihre Performances ein und untersucht, wie aktuelle Ereignisse im Tanz gespiegelt werden können.

Die Dance Constructions und weitere Performances von Simone Forti werden täglich im Museum auf dem  Mönchsberg und im öffentlichen Raum von Studierenden des SEAD (Salzburg Experimental Academy of Dance) aufgeführt. Von 18. bis 25. Juli 2014 finden zur Vorbereitung Workshops der Künstlerin statt, welche öffentlich zugänglich sind.
Aufführungszeiten finden Sie in unserem Performance-Kalender:

Simone Forti Performance Kalender

Die Ausstellung wird organisiert vom Museum der Moderne Salzburg.
Kuratorin: Sabine Breitwieser, Direktorin, mit Katja Mittendorfer-Oppolzer, Kuratorische Assistentin, Museum der Moderne Salzburg

Ausstellungsarchitektur: Kuehn Malvezzi

Zur Ausstellung erscheint der Katalog Simone Forti. Mit dem Körper denken im Hirmer Verlag, München, als eigenständige deutsche und englische Hardcover-Ausgabe mit einem Interview von Sabine Breitwieser mit Simone Forti, mit Aufsätzen von Julia Bryan-Wilson, Fred Dewey, Meredith Morse, einem Gespräch zwischen Liz Kotz und Tashi Wada sowie Texten der Künstler_innen Robert Morris, Steve Paxton und Yvonne Rainer. 320 Seiten mit zahlreichen farbigen und schwarz-weißen Abbildungen. Die Museumsausgabe ist um € 29 erhältlich.


Dienstag - Sonntag: 
10.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch:
10.00 - 20.00 Uhr
Montag: geschlossen