Andreas Siekmann, Trickle Down, 2007, (c)Rainer Iglar

Andreas Siekmann. Trickle Down

Der öffentliche Raum im Zeitalter seiner Privatisierung

Das Projekt Trickle Down. Der öffentliche Raum im Zeitalter seiner Privatisierung entstand für die skulptur projekte 07, eine Ausstellung im öffentlichen Stadtraum 2007 in Münster. Die Arbeit zeichnet die ideologische Neubestimmung der Bedeutung von öffentlichem Raum und Öffentlichkeit unter einer fortgesetzten Ethik der Effizienz nach. Der öffentliche Raum wird zu einer Marktgröße. Es geht daher einerseits um die Ideologie der ökonomischen Stadt mit ihren Stichpunkten Standortmarketing, Public-private-Partnerships und Sicherheit. Andererseits geht es in dieser Arbeit darum, eine Geschichte der Privatisierung von öffentlichem Raum und von öffentlichen Belangen, wie Wasserversorgung, Telefon, Müllentsorgung, aufzuzeichnen und sichtbar zu machen. Es geht um eine Geschichts-schreibung, wie öffentliche Bedürfnisse und öffentlicher Raum in Finanzprodukte umgewandelt werden.

Diese Geschichtsschreibung erschien mir umso notwendiger, als diese Privatisierungen unter dem Gebot der Geheimhaltungsklausel stehen. Es gibt also keine Einsichtsmöglichkeit in die dazugehörigen Verträge, ebenso wenig gibt es Bilder davon. Statt der Bilder gibt es Citymarketing-Figuren, die dann, von Künstler/innen bemalt und von Sponsoren, Unternehmern oder Geschäftsleuten finanziert, in den Innenstädten erscheinen. Es ist so, als ob eine neue soziale Umgangsform der privatisierten Stadt mit ihnen eingeübt wird, die die Erinnerungen und Gewohnheitsrechte ihrer Bewohner/innen löscht. Für mich als Künstler bedeutet Geschichtsschreibung deswegen zugleich, Bilder dafür zu finden und die Mechanismen der Aneignung von öffentlichen Belangen zu erinnern.

Andreas Siekmann


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