Kapuzinerberg Nord

Entwurfsatelier/Professor Jan De Vylder

Schlagworte: Ort der Kultur – Subkultur / den Ort neu denken / die Topografie ins Spiel bringen

Entlang der Schallmooser Hauptstraße besteht eine kleinteilige, durchwegs offene Bebauung, die abgesehen von einigen historischen Bierkellern ohne besondere architektonische Bedeutung ist. Die steil aufragende nördliche Flanke des Kapuzinerbergs verschattet dieses Gebiet. Das feuchtkalte Kleinklima machten sich einst Bierkeller zur Lagerung des Gerstensaftes zunutze. Heute hat sich eine ganze Reihe von Kultureinrichtungen hier angesiedelt: das kleine theater, gleich daneben die Tanzakademie SEAD und nur ein paar Schritte weiter das Rockhouse.

Der Belgier Jan De Vylder und seine Student_innen waren die ideale Besetzung, um dieses fragile urbane Gewebe durch gezielte Interventionen zu stärken. Durch sensible Einfügungen und Ergänzungen schälen sie aus Gebäuden und Restflächen Qualitäten heraus, die bislang niemand gesehen oder verstanden hat. Die Entwürfe beschäftigen sich weniger mit einer städtebaulichen Planung im engeren Sinne. Vielmehr geht es darum, den Raum durch das In-Beziehung-Setzen von Gebäuden neu zu bestimmen und daraus ein funktionierendes Viertel entstehen zu lassen. Die sieben Gebäude oder baulichen Strukturen, die die einzelnen Student_innen für das Areal entworfen haben, besitzen daher weder einen historisierenden Hintergrund, noch sollen sie Ideen einer neuen Moderne transportieren. Gleich einem Schachspiel stellen sie unterschiedliche und dennoch zueinander gehörende Figuren dar.

Fotos: Günter Richard Wett