Möbi (Fürbergstraße)

Entwurfsateliers/Professoren Michele Arnaboldi, Valerio Olgiati

Schlagworte: den Bestand ersetzen / den Ort verdichten / den Bezug zum Zentrum herstellen

Als im 19. Jahrhundert in einer heute unvorstellbaren Euphorie die alten Stadtmauern abgerissen wurden und die Stadt erweitert wurde, kam es auch zu einigen ausgesprochen merkwürdigen Vorschlägen. Eine Idee war es, die Salzach aus der Stadt zu verbannen und sie zwischen dem Kühberg und der Ostflanke des Kapuzinerbergs hindurchzuleiten. Glücklicherweise waren damals nicht die Mittel vorhanden waren, eine solche Absurdität zu realisieren. Im Talboden fließt heute zwar nicht die Salzach, dafür verläuft hier die Eisenbahn. Wie ein mächtiger Strom zerschneiden die Eisenbahnschienen den einst zusammenhängenden Raum in zwei Hälften mit vollkommen unterschiedlichen Strukturen. Die gewerblichen Brachen rund um den Möbeldiscounter Möbi und andere namenlose Objekte im Schatten der „schönen Stadt“ (Georg Trakl) haben nicht nur wirtschaftlich eine große Bedeutung, sondern besitzen auch das Potenzial für eine vielversprechende Perspektive auf ein „neues“ Salzburg.

Ausgangspunkt der Projekte der Student_innen von Michele Arnaboldi sind die charakteristische und als Zäsur wahrgenommene Eisenbahnstrecke, sowie die enorm heterogen – sowohl für Gewerbe und Industrie als auch für Landwirtschaft – genutzten Flächen auf dem Areal. Es gilt, das Gebiet, das ein „verstecktes“ Gesicht der Stadt repräsentiert, mit Projekten zu füllen, die eine Beziehung zueinander und zur umgebenden Topografie herstellen. Das Ziel war es, eine urbane Achse im Zentrum des Areals zu schaffen, die die beiden Hälften des Quartiers miteinander verbindet. Alle Student_innen haben zu Beginn der Entwurfsarbeiten gemeinsam einen Masterplan für das gesamte Areal entwickelt, wobei im Anschluss jedes Einzelprojekt einen Teilbereich konkreter ausgearbeitet hat.

Fotos: Günter Richard Wett