Andrea Fraser, Official Welcome, 2001/2003, Performance, Videostill der Live-Performance in Hamburg, Sammlung Generali Foundation - Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg; Andrea Fraser, Soldadera (Scenes from Un Banquete en Tetlapayac, a film by Olivier Debroise), 1998/2001, Zweikanal-Videoinstallation, Courtesy the artist, Foto: © Werner Kaligofsky; Andrea Fraser, Kunst muss hängen, 2001, Performance, Galerie Christian Nagel, Köln, Videoinstallation, Sammlung Generali Foundation - Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg

Andrea Fraser

Als erste österreichische Institution zeigt das Museum der Moderne Salzburg eine umfassende Werkschau der US-amerikanischen Künstlerin Andrea Fraser (1965 Billings, Montana, lebt in Los Angeles, USA). Mit ihren mitunter kontroverse Diskussionen auslösenden Werken zählt Fraser zu den einflussreichsten und wegweisenden Künstlerinnen ihrer Generation.

Ihre künstlerische Auseinandersetzung baut auf der kritischen und feministischen Theorie und dem Vermächtnis der ersten Generation von feministischen und institutionskritischen Künstlern und Künstlerinnen auf. Ausgehend von den Theorien des französischen Soziologen Pierre Bourdieu (1930–2002) forscht Fraser seit Mitte der 1980er-Jahre intensiv zu den sozialen, institutionellen, ökonomischen und psychologischen Strukturen und Strategien im zeitgenössischen Kunstfeld. Sie untersucht sowohl die Motivationen, die die unterschiedlichen Akteure und Akteurinnen des Kunstbetriebs antreiben, als auch deren wechselseitige Beziehungen. In ihrer künstlerischen Praxis stellt sie sich selbst als Protagonistin und als Projektionsfläche für ihre soziokulturellen Analysen zur Verfügung und schlüpft dabei in unterschiedliche Rollen. Ihre Inszenierungen sind dabei humorvoll und anspruchsvoll zugleich und vereinen dies mit theatralischem Geschick und kluger kritischer Analyse. Fraser ruft dazu auf, den eigenen Anspruch an die Kunst und den durch sie hervorgebrachten Betrieb infrage zu stellen.

Anhand von etwa fünfzig Werken, die die Vielfalt ihrer Medien – Druckgrafik, Fotografie, Installation, Performance, Textarbeiten und Video – repräsentieren, zeigt die Ausstellung einen umfassenden Überblick über die letzten drei Dekaden im Werk Frasers. Sie reicht von Four Posters (1984) über berühmte Performances wie Museum Highlights (1989), Inaugural Speech (1997), Official Welcome (2001/2003) und die Audioinstallation für den österreichischen Pavillon zur 45. Biennale di Venezia (1993) bis hin zu jüngsten Werken wie Men on the Line (2012). Ergänzt wird die Werkschau durch die europäische Premiere der Performance Not just a few of us (2014) auf Video. Die wegweisende Arbeit May I Help You? wird in allen realisierten Versionen von 1991, 2005 und 2011 gezeigt. Ein umfangreiches Archiv, das eine Auswahl an Videos, aber auch Dokumentationen zu wichtigen Werken wie Damaged Goods Gallery Talk Starts Here (1986), Preliminary Prospectuses (1993) und Services (1994) enthält, steht am Beginn der Ausstellung.

In Zusammenhang mit der Ausstellung halten Bildungseinrichtungen aus Österreich und Deutschland eine Reihe von Lehrveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen bezugnehmend auf das Werk von Andrea Fraser ab.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog im Verlag Hatje Cantz mit Texten von Sabine Breitwieser, Shannon Jackson, Sven Lütticken sowie Andrea Fraser.

Kuratorinnen
Sabine Breitwieser, Direktorin
Tina Teufel, Kuratorin Zeitgenössische Kunst
Museum der Moderne Salzburg


Dienstag - Sonntag: 
10.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch:
10.00 - 20.00 Uhr
Montag: geschlossen