Raymond Pettibon, <i>No Title (You know what . . .)</i>, 1985, Tusche auf Papier, Courtesy the artist and Contemporary Fine Arts, Berlin; Raymond Pettibon, <i>No Title (My road homewards . . .)</i>, 1995, Tinte auf Papier, Private Collection; Courtesy Hauser & Wirth, Foto: Stefan Altenburger Photography Zürich; Raymond Pettibon, <i>No Title (Just what I've . . .)</i>, 1985, Farbstift und Tinte auf Papier, Private Collection; Courtesy Hauser & Wirth, Foto: Stefan Altenburger Photography Zürich;  Raymond Pettibon, <i>No Title (Let's give a . . .)</i>, 2006, Graphit, Tinte und Acryl auf Papier, Private Collection; Courtesy Hauser & Wirth, Foto: Stefan Altenburger Photography Zürich

Raymond Pettibon

Homo Americanus

In dieser Rückschau auf das Werk des bekannten Künstlers Raymond Pettibon (geboren 1957, lebt in New York) wird deutlich, wie prägende Narrative der US-amerikanischen Kultur von Woodstock bis zum sogenannten Krieg gegen den Terror darin untergraben werden. In seinen signifikanten Zeichnungen, dem von ihm bevorzugten Medium, verbindet Pettibon Bild und Text in verschiedener Form präzise zu einem spannungsvollen Miteinander.

Pettibons Werk hat seinen Ursprung im Comic Strip, einem arbeitsteilig und standardisiert hergestellten Massenmedium. Der technologisch aufgerüsteten Produktion und Verbreitung von ideologischen Erzählungen begegnet er mit der Individualität seiner Handschrift. Zunächst waren Pettibons Zeichnungen mit ihren präzise gesetzten, oft bitteren Pointen vor allem in der Musikszene bekannt, da viele Arbeiten für Flyer und Plattenhüllen von Punkrockbands wie Black Flag oder Minutemen verwendet wurden. Pettibon fotokopierte und heftete seine Zeichnungen zu einfachen Zines zusammen. Seit Mitte der 1980er-Jahre werden seine Arbeiten in der Kunstszene als selbstständige Werke betrachtet. Um 2000 wurde Pettibons Art zu zeichnen roh und expressiv. Das Werk fand einen neuen Höhepunkt in großformatigen farbigen Zeichnungen, in denen er, desillusioniert und wütend, scharfe Kritik an der Politik von George W. Bush und dem amerikanischen Krieg im Irak übte.

Homo Americanus konzentriert sich auf zwei Phasen in Pettibons Werk, die mit kritischen Perioden der amerikanischen Geschichte übereinstimmen: dem Aufstieg der Vereinigten Staaten zur alleinigen Supermacht in den 1980er-Jahren und dem Bruch ihrer Vormachtstellung in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts. Zudem befasst sich die Ausstellung mit verschiedenen Motiven, die Pettibon seit Mitte der 1980er-Jahre immer wieder aufsucht: seine Alter Egos Vavoom und Gumby sowie Surfer, Baseball, Eisenbahnzug, Erektion, Bibel und andere. Sie fungieren als Bruchstücke eines umfassenden amerikanischen Mythos, dessen subversive Rekonstruktion Pettibon sich vorgenommen hat.

Gastkurator: Ulrich Loock, Berlin
Kuratorin: Tina Teufel, Museum der Moderne Salzburg

Eine Ausstellung der Deichtorhallen Hamburg / Sammlung Falckenberg in Kooperation mit dem Museum der Moderne Salzburg


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