Public Program: Kunstkritik Jetzt
Mönchsberg Auditorium
Das Public Program des Museum der Moderne Salzburg im Oktober entsteht in Kooperation mit der Sammlung Generali Foundation und magazin53a – Verein für junge Kunstkritik und Diskurs. An zwei Abenden werden das Sprechen über Kunst und die Meinungsbildung in der Kunstkritik diskutiert – aus feministischer Perspektive und aus der Perspektive der jungen Generation. Künstlerische Präsentationen und Interventionen ergänzen das Programm.
Der Eintritt ist frei.
Programm
Dienstag, 20. Oktober 2026, 18 – 21 Uhr
Filmscreening & Gespräch
Unsichtbare Gegner (1976, 112. min.) ist der erste Spielfilm der österreichischen Medienkunstpionierin und feministischen Ikone VALIE EXPORT (1940–2026). Was wie ein Science-Fiction-Verschwörungsthriller beginnt, entfaltet sich zu einer experimentellen Erkundung des Wien der 1970er-Jahre. Durch die Verbindung von Spielfilm und Performance werden soziale Machtstrukturen nicht nur sichtbar, sondern geradezu spürbar – im Politischen wie im Privaten, im städtischen Alltag wie in den Hierarchien und Konflikten zwischen den Geschlechtern und Generationen.
Über den hochpolitischen und zeithistorisch aufschlussreichen Film sprechen im Anschluss an die Vorführung Nina Schedlmayer (Kulturpublizistin und Kuratorin) und Jürgen Tabor (Kurator der Sammlung Generali Foundation). Zur Sprache kommen auch feministische Perspektiven der Kunstkritik.
Nina Schedlmayer ist Kunsthistorikerin und arbeitet als Kulturpublizistin sowie fallweise als Kuratorin. Auf ihrem Blog Artemisia schreibt sie über Kunst und Feminismus. Sie verfasste Biografien über die Künstlerinnen Margot Pilz und Stephanie Hollenstein. 2017 erhielt sie den Österreichischen Staatspreis für Kunstkritik, 2026 den Májstorin-Orden für feministisches Engagement.
Freitag, 23. Oktober 2026, 18 – 21 Uhr
Vortrag, Lecture Performance & Videoscreening
Wie lässt sich über Kunst sprechen und schreiben? Kunst ist an ihre Wahrnehmbarkeit gebunden, und erst in der Übersetzung ins Sprachliche wird sie für ein Miteinander verfügbar. Dieser Abend fragt nach der Vielfalt dieser Übersetzungen: historisch und gegenwärtig, künstlerisch und kunstkritisch. Aus betrachtender wie aus produzierender Perspektive loten wir aus, welche Formen und Öffentlichkeiten dabei entstehen.
Jennifer Braun: Vortrag "Kunstkritik unhinged"
Brauchen wir in einer Zeit von „It’s not that deep“ und „Just let people enjoy things“ überhaupt noch Kunstkritik? Jennifer Braun, bekannt als The Gen Z Art Critic, zeigt in ihrem Vortrag, warum Kritik gerade heute wichtiger denn je ist und wie sie uns helfen kann, uns selbst und einander besser zu verstehen.
Die in Köln und Venedig lebende Kunstkritikerin und Übersetzerin für Leichte Sprache veröffentlicht wöchentlich Ausstellungsrezensionen auf Substack, schreibt die Kolumne POV Gen Z für Kunstforum International und publiziert unter anderem in Monopol, Frieze und CRISP. Zudem ist sie Co-Host des Kunstpodcasts A Bigger Schnack.
Olga Hohmann: Lecture-Performance "Was halte ich, wenn ich eine Rede halte"
Zwischen Literatur, Performance und Sprachkunst: In ihrer Lecture-Performance verbindet Olga Hohmann mehr oder weniger fiktive Erzählungen mit gefundenem Material. Slogans, Aphorismen und Gedankenblitze verdichten sich zu einem rhythmischen, beinahe musikalischen Rauschen, in dem unterschiedliche sprachliche Formen gleichberechtigt nebeneinanderstehen.
Die Autorin, Performerin und bildende Künstlerin schreibt Essays, Prosa-Miniaturen und Texte, die für den mündlichen Vortrag konzipiert sind. Ihre Arbeiten waren unter anderem im Kunstverein München, in der Kunsthalle Düsseldorf, im Schinkel Pavillon Berlin, in der Fondation Beyeler und im Gropius Bau Berlin zu erleben. Zu ihren jüngeren Projekten zählt eine Performance mit DJ Courtesy im Rahmen des Against Interpretation Club in der Panorama Bar/Berghain Berlin.
Andrea Fraser: Videoscreening
Ergänzt wird der Abend durch eine Videoarbeit der international renommierten Künstlerin Andrea Fraser, die sich in ihrer künstlerischen Praxis kritisch mit den Strukturen, Mechanismen und sozialen Beziehungen des Kunstbetriebs auseinandersetzt.
Mönchsberg Auditorium
Freier Eintritt!
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