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Ernst Caramelle. Denkfiguren

03.07.2026 — 30.05.2027
Generali Foundation Studienzentrum, Altstadt (Rupertinum)

Kurator: Jürgen Tabor
Leselounge: Stefanie Grünangerl

03.07.2026 — 30.05.2027
Generali Foundation Studienzentrum, Altstadt (Rupertinum)

Kurator: Jürgen Tabor
Leselounge: Stefanie Grünangerl

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Ernst Caramelle zählt zu den international bedeutendsten Positionen der österreichischen Konzeptkunst. Seit den 1970er-Jahren untersucht er das labile Verhältnis von Realität und Illusion, Bild und Raum. Mit analytischer Präzision und feinem Humor fragt sein Werk danach, wie wir Kunst definieren, wo sie stattfindet und wie wir sie wahrnehmen.

Die Ausstellung richtet den Blick auf zwei zentrale Werkgruppen von Ernst Caramelle (*1952): auf seine jahrzehntelange Auseinandersetzung mit Künstlerbüchern, Plakaten und Einladungskarten (1974 – 2025), sowie auf seine frühe Fotoserie Video-Landschaften (1974).

Drucksachen

Wie kaum ein anderer Künstler begreift Caramelle scheinbar beiläufige Drucksachen als eigenständige, vollwertige künstlerische Räume und nutzt sie, um mit dem Publikum in Beziehung zu treten. Bereits in frühen Arbeiten erscheinen darin oft Kombinationen von Texten, Zeichnungen und fotografischen Bildern, die Denkbewegungen sichtbar machen. Über die Jahrzehnte entwickelt Caramelle daraus ein eigenes Vokabular wiederkehrender Formen und Methoden – die titelgebenden „Denkfiguren“.

Illusion oder Realität?

Seine Fotoserie Video-Landschaften bildet einen gedanklichen Resonanzraum zu seinen Drucksachen. Sie dokumentiert eine Reihe von Experimenten mit dem damals noch jungen Medium Video. Dabei wurden Fernsehmonitore in unterschiedliche Körper-Raum-Konstellationen gebracht. Die Monitore zeigen jeweils exakt das Bild, das sie im realen Raum verdecken, wodurch sie wie Fensterscheiben wirken. Es entsteht eine verblüffende Illusion, die die Grenzen zwischen Wahrnehmung und Täuschung, Realität und Medium verwischt. Caramelle stellte damit zentrale Fragen, die sein Werk bis heute prägen:

Was sehen wir? Wo beginnen und wo enden Realität und Illusion, Bild und Raum? Welche Rolle kann Kunst heute spielen, und wie tritt sie mit dem Publikum und ihrer Umgebung in Beziehung?

Lesen, Blättern, Sehen

In der Ausstellung werden Bücher, Plakate und Karten nicht nur gezeigt, sondern in Form von Leseexemplaren unmittelbar zugänglich gemacht. Ausgewählte Publikationen laden dazu ein, im Blättern und Vergleichen ihren inneren Aufbau, ihre Abfolge sowie ihren Aufbau von Bild- und Textinhalten nachzuvollziehen.

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Veranstaltungen zur Ausstellung

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