Irma Toledo. Malerei als Freiheit im Werden
Altstadt (Rupertinum)
Kuratorin: Tina Teufel
Irma Rafaela Toledo erfüllte sich ihren Wunsch, als Malerin zu arbeiten, erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie stammend, versteckte sie sich in den letzten beiden Kriegsjahren in den Bergen nahe Salzburg, wodurch sie überlebte. Ihre ersten Gemälde entstanden ab 1945 mit beschränkten Mitteln. In Anlehnung an einen Spitznamen aus der Jugendzeit nahm sie schließlich den Künstlernamen „Toledo“ an. Geboren wurde sie 1910 als Irma Friedman in Laufen, Deutschland; sie starb 2002 in Salzburg.
Wege zur eigenen Bildsprache
Schon bald konnte sich Irma Rafaela Toledo als Malerin etablieren und wurde 1952 Mitglied der „Salzburger Gruppe“ – eine Vereinigung lokaler Künstler:innen, der unter anderem auch Herbert Breiter, Trude Engelsberger-Drioli, Agnes Muthspiel und Slavi Soucek angehörten. Besonders in frühen Gemälden ist deutlich erkennbar, wie sich Toledo in diesem Einflussbereich ihren eigenen Stil erarbeitete. Die Malerei verstand sie zeitlebens als Ausdrucksweise und Weg der Erkenntnis. Reisen, etwa nach Italien und Israel, wohin ihr Bruder emigriert war, waren Impulse für ihre Arbeit. Besonders beeindruckten sie Einsamkeit und Stille sowohl am Meer als auch in der Wüste.
Ein umfassendes Gesamtwerk
Das Museum der Moderne Salzburg präsentiert in dieser Ausstellung erstmals über 20 Gemälde, Grafiken und Druckgrafiken der österreichischen Künstlerin. Die Schau vereint Werke aus den eigenen Sammlungen sowie ausgewählte Leihgaben und zeigt damit die ganze Bandbreite ihres Schaffens von den frühen 1950er- bis in die 1970er-Jahre: Stadtansichten Salzburgs, Landschaftsgemälde und Stillleben ebenso wie Werke, die von ihrer intensiven Beschäftigung mit Spiritualität und Religion inspiriert sind.




