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Programm 2023

2023 setzt das Museum der Moderne Salzburg auf die Sichtbarmachung von weiblichen und queeren Positionen

Gestern präsentierte Direktor Harald Krejci das Ausstellungsprogramm 2023. Im kommenden Jahr wird ein Angebot von insgesamt zwölf neuen Präsentationen zu sehen sein, dabei werden überwiegend Ausstellungen mit Werken von Künstlerinnen gezeigt werden.

Das Ausstellungsprogramm des Museum der Moderne Salzburg 2023 bietet ein Angebot an insgesamt zwölf neuen Präsentationen, die sich mit verschiedensten Themen beschäftigen und unterschiedlichste künstlerische Medien und Praktiken präsentieren. Dass es sich dabei überwiegend um Ausstellungen mit Werken von Künstlerinnen handelt, ist im Kontext der Museumsstrategie kein Zufall. Der künstlerischen Produktion von Frauen wird im Sinne der Gleichberechtigung wie auch der bewussten Sichtbarmachung von weiblichen und queeren Positionen und Themen ein hoher Stellenwert eingeräumt. Dieser Ansatz prägte bereits die Planung der letzten Jahre entscheidend, und er fügt sich gleichermaßen das programmatische Konzept der neuen Direktion.

Das neue Ausstellungsprogramm beginnt mit gleich drei Ausstellungen am Standort Altstadt (Rupertinum), die im Rahmen eines Open House bei freiem Eintritt und mit abwechslungsreichem Programm am 25. Februar eröffnet werden. Das Detailprogramm zu diesem Tag wird gesondert bekanntgegeben.

Mit Die Geometrie der Nicht-Ordnungen wird der letztjährigen Preisträgerin des Großen Kunstpreises des Landes Salzburg Gunda Gruber eine Ausstellung samt begleitender Publikation gewidmet. Mit diesem neuen Präsentationsformat und in Kooperation mit dem Land Salzburg wird eine erhöhte Sichtbarkeit für die lebendige zeitgenössische Kunstszene in Salzburg generiert und gleichzeitig eine Künstlerin gewürdigt, die die künstlerische Landschaft in Salzburg in den vergangenen zehn Jahren maßgeblich mitgestaltet hat.

Mit Maske und Gesicht. Inge Morath und Saul Steinberg widmet das Museum der berühmten österreichischen Fotografin, deren herausragendes Werk sammlungsgeschichtlich eng mit den fotografischen Beständen des Museums verbunden ist, zu deren 100. Geburtstag eine Schau mit Vintage-Abzügen aus der eigenen Sammlung. Moraths Freundschaft mit dem legendären Karikaturisten des New Yorker Steinberg bildet den Ausgangspunkt für eine erstmalige Präsentation von Moraths Werken gemeinsam mit Steinbergs Papiermasken aus seinem Nachlass in New York.

Die Ausstellung im Generali Foundation Studienzentrum Queer*fem* magaZINES. Queeres und feministisches Publizieren in der Kunst und Kultur  präsentiert unter Mitarbeit von Studierenden der Paris Lodron Universität Salzburg eine Auswahl an Zeitschriften und Zines, die feministischer und queerer Kunst eine Plattform bieten oder selbst als künstlerisches Projekt fungieren.

Im April eröffnen zwei Ausstellungen des Frühjahrprogramms auf dem Mönchsberg. Die groß angelegte thematische Ausstellung Stepping Out! Female Identities in Chinese Contemporary Art zeigt auf zwei Ebenen und etwa 1 500 Quadratmetern Werke von 26 chinesischen Künstlerinnen aus drei Generationen. Ziel des Ausstellungs- und Publikationsprojektes ist es, das eklatante Ungleichgewicht in der Sichtbarkeit weiblicher Künstlerinnen aus China zu korrigieren und auf die enorme Vielfalt und Relevanz ihres künstlerischen Schaffens zu verweisen.

Die italienische Künstlerin Marinella Senatore bespielt mit We Rise by Lifting Others die Ebene 1 des Standorts Mönchsberg – und wird außerhalb des Museums in den Stadtraum Salzburgs hineinwirken. Zu Senatores künstlerischer Praxis gehört es, ihre Projekte auf den Stadtraum und unter Beteiligung der lokalen Bevölkerung durch die sogenannte School of Narrative Dance auszuweiten und die Gesellschaft durch Teilhabe und Inklusion zu transformieren.

Das Sommerprogramm 2023 startet mit zwei Eröffnungen Ende Juni am Standort Altstadt (Rupertinum). Der großen deutschen Fotografin Ruth Walz und ihrem Werk wird unter dem Titel Vorhang auf eine Ausstellung gewidmet, die sie als Meisterin der anspruchsvollen Kunst der Theaterfotografie ehrt. Ein bedeutsamer Aspekt dieser Präsentation ist deren Standort gleich gegenüber den Festspielhäusern, die sich als langjährige Wirkungsstätten von Walz und als einzigartige Orte aufregender und von ihr eingefangener Inszenierungen nicht nur in ihrer Biografie eingeschrieben haben, sondern für die Besucher_innen auch einen ganz konkreten ortspezifischen Bezug zu Walz’ künstlerischer Praxis herstellen.

Das Museum der Moderne Salzburg rückt mit der Ausstellung Das Rupertinum und seine Geschichten. 40 Jahre – viele Stimmen sein Stammhaus zum Jubiläum der Institution in den Fokus. Besucher_innen, (ehemalige) Mitarbeiter_innen, Künstler_innen und Freund_innen des Rupertinum werden eingeladen, ihre persönliche Geschichte mit dem Gebäude und dem, was es seit 40 Jahren beherbergt, zu erzählen.

Im Juli eröffnen mit Maria Bartuszová und Arch of Hysteria. Zwischen Wahnsinn und Ekstase die Sommerausstellungen am Standort Mönchsberg. Maria Bartuszová gehört zu jenen wiederentdeckten künstlerischen Positionen, die aufgrund mangelnder Rezeption fast verloren gingen. Ihr erstaunliches Werk, das sie in der Zeit des Eisernen Vorhangs in ihrem Studio in Košice (ehemals Tschechoslowakei, heute Slowakei) entwickelte, bewegt sich auf faszinierende Art zwischen suggestiver Skulptur und filigraner Installation, und wird nun am Museum der Moderne Salzburg in Kooperation mit der Tate Modern in London erstmals in Österreich gezeigt.

Mit der großen thematischen Ausstellung Arch of Hysteria. Zwischen Wahnsinn und Ekstase wird das kulturhistorische Phänomen der (vermeintlich) wissenschaftlichen Entdeckung der Hysterie Ende des 19. Jahrhunderts, deren Dokumentation und der daraus resultierenden Pathologisierung des weiblichen Körpers und Verhaltens untersucht. Als charakteristisches Symptom der Hysterie beschrieben wurde die Rückbeuge, die sich schließlich auch motivisch in die Kunstgeschichte einschrieb und auf ambivalente Weise gleichermaßen als Ausdruck von Erstarrung und Befreiung fungieren kann. Dem wird in der Ausstellung über die Präsentation sowohl älterer Werke als auch zeitgenössischer Arbeiten nachgegangen.

Mit einer Präsentation einer Auswahl wichtiger zeitbasierter Werke aus der Sammlung Generali Foundation wird das Herbstprogramm am Standort Mönchsberg eröffnet. Die Ausstellung Kunst in vier Dimensionen. Medienkunst neu betrachtet verweist auf den umfangreichen Bestand der Sammlung im Bereich der Medienkunst, die Werke aus den 1960er-Jahren bis heute umfasst, und präsentiert daraus anhand von medienreflexiven, institutionskritischen und feministischen Werken die wichtigsten Aspekte zeitbasierter Medien der Generali Foundation.
Flankierend zu dieser Ausstellung wird das Generali Foundation Studienzentrum am Standort Rupertinum ab Herbst unter dem Ausstellungstitel Mediathek+. Die Video- und Filmsammlung der Generali Foundation seine Mediathek in einer erweiterten und neu aufgestellten Form den Besucher_innen zur Verfügung stellen.

Den alle zwei Jahre verliehene Otto-Breicha-Preis für künstlerische Fotografie erhielt 2021 die 1970 im damaligen Leningrad (heute St. Petersburg) geborene und in Wien lebende Konzeptkünstlerin Anna Jermolaewa. Anlässlich dieser Auszeichnung würdigt das Museum der Moderne Salzburg Jermolaewas Werk, dem bereits 2020 der Österreichische Kunstpreis zuerkannt wurde, mit einer Ausstellung und begleitenden Publikation. Vorwiegend mit den Medien Fotografie und Video, oft kritisch und abgründig humorvoll, untersucht Jermolaewa als Realistin und aufmerksame Reisende die Lebensbedingungen und Machtstrukturen in der Welt.

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